Weniger erfreulich ist die zunehmende Krawall-Bereitschaft bei den Fans. Die Partie VfB Stuttgart gegen Karlsruher SC musste ebenso unterbrochen werden wie das Spiel Eintracht Frankfurt gegen 1. FC Nürnberg, das sogar kurz vor dem Abbruch stand. In beiden Fällen hatten Zuschauer Feuerwerkskörper auf den Rasen geworfen. «Wir müssen unsere Sicherheitsvorkehrungen weiter überprüfen, damit wir keine italienischen Verhältnisse bekommen», sagte Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen und versprach: «Wir werden vor diesen Vollidioten nicht resignieren.»Trauriger Höhepunkt waren die Vorkommnisse beim Spiel Arminia Bielefeld gegen VfL Bochum, bei dem VfL-Anhänger einen Ordner mit Schlägen und Tritten schwer verletzten, als dieser im Gästeblock gegen das Abbrennen von Feuerwerkskörpern vorgehen wollte. Der Mann erlitt eine Schädelfraktur und einen Kieferbruch, fünf Zuschauer trugen nach einem Kanonenschlag zum Teil offene Wunden, Verbrennungen und Augenreizungen davon.
Karl-Heinz Rummenigge sieht in diesen Vorfällen aber keinen Trend. «Das sind Aktionen frustrierter Fans», sagte der Vorstandschef des FC Bayern München, warnte aber zugleich: «Wir müssen wachsam bleiben und verhindern, Hooligans eine Plattform zu bieten.» Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verhängte in allen Fällen empfindliche Geldbußen und gegen Bochum eine drastischen Strafe: Der VfL muss im letzten Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen Hansa Rostock alle für seine Anhänger reservierten Stehplätze auf der Osttribüne sperren. (Eric Dobias, dpa)