Meisterliche Münchener:
Kein «Auslaufen» der Bayern gegen Bielefeld
07. Mai 2008 23:28
 |  Schaulaufen: Franck Ribéry (l.) und Lukas Podolski | Foto: dpa |
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Ohne Glanz, aber auch ohne in Gefahr zu geraten, halten sich die Stars des FCB gegen die abstiegsgefährdete Arminia schadlos. Vor den Augen des zukünftigen Trainers Jürgen Klinsmann traf auch Lukas Podolski.
Im ersten Spiel nach dem 21. Titelgewinn hat der FC Bayern München seinen Anhängern einen Sieg geschenkt und zugleich die Zitterpartie von Arminia Bielefeld im Abstiegskampf verschärft. Vor den Augen von Logen-Gast Jürgen Klinsmann feierte der neue deutsche Fußball-Meister am Mittwochabend vor 69.000 Zuschauern einen zwar nicht berauschenden, aber ungefährdeten 2:0 (1:0)-Heimerfolg.
«Es war ein komisches Spiel, wir hatten nicht mehr die große Anspannung. Das 2:0 geht in Ordnung», kommentierte Trainer Ottmar Hitzfeld. Die Tore beim 36. Sieg im 50. Bundesliga-Heimspiel in der Allianz Arena erzielten der herausragende Franzose Franck Ribéry (26. Minute) und Nationalstürmer Lukas Podolski (47.).
Kahn auf Rekordjagd
Der Bielefelder Vorsprung auf einen Nichtabstiegsplatz ist nach der 16. Niederlage in dieser Saison dagegen vor den letzten zwei Spieltagen auf einen Punkt geschrumpft. «Bayern war uns haushoch überlegen, wir haben verdient verloren», meinte Bielefelds Mittelfeldspieler Rüdiger Kauf, der schon an den kommenden Samstag dachte: «Wir denken jetzt an das Heimspiel gegen Dortmund. Mit den Fans im Rücken packen wir das.» Hitzfeld konnte wieder ein echtes Meister-Ensemble aufbieten: Oliver Kahn, Franck Ribéry, Lucio und Zé Roberto waren nach ihrer Auszeit in Wolfsburg wieder dabei. Und Kahn, der in der Schlussphase sogar Technik am Ball zeigte und einen Gegenspieler ins Leere laufen ließ, kam mit seinen Vorderleuten in seinem 555. Bundesligaspiel einem weiteren Rekord näher: Bei 18 Gegentoren sind die Bayern drauf und dran, die Abwehr-Bestmarke von 22 Gegentreffern des SV Werder Bremen aus der Saison 1987/88 zu unterbieten.
Ribérys Rückkehr
Mit Wirbelwind Ribéry kam zudem wieder mehr Zug in das Münchner Angriffsspiel, auch wenn der Franzose die erste große Chance ausließ. Sein «Kullerball» stellte Arminen-Torwart Rowen Fernandez vor keine Probleme (17.). Vor dem 1:0 hatten die Bayern allerdings in der 25. Minute gleich zwei Mal Glück: Bei einer Bielefelder Doppel-Chance musste zunächst Zé Roberto nach einem Kopfball von Andre Mijatovic auf der Linie kären, dann traf Bollmann per Kopf nur den Pfosten (25.). Beim direkten Konter erreichte der Befreiungsschlag von Nationalspieler Philipp Lahm Torjäger Luca Toni, der Ribéry gänzend bediente - der Franzose erzielte mit links sein 10. Saisontor.
Lob für den Lukas
In der fairen Partie blieb Bielefeld zwar sporadisch gefährlich, die beste Torchance aber vergab auf der Gegenseite Nationalstürmer Lukas Podolski, dessen Schuss aus 16 Metern mit dem rechten Fuß zu schwach war (38.). Mit dem starken «Linken» machte es Podolski dann kurz nach der Pause besser: Nach Zuspiel von Ribéry traf er trocken aus 17 Metern. Es war das dritte Saisontor des Nationalspielers, der damit seinen verbalen Forderungen nach mehr Einsatzzeit eine Tat folgen ließ. «Lukas muss hierbleiben», meinte der scheidende Hitzfeld: «Er hat sich kontinuierlich steigern können in dieser Saison.»
Tonis Torflaute
Weniger Schussglück hatte Weltmeister Toni, der auf dem Weg zur Torjäger-Krone vergeblich seinem 22. Saisontreffer nachjagte. Einmal sprang ihm vor dem erfolgreichen Torschuss der Ball regelwidrig an die Hand (32.), später scheiterte er mit Kopfbällen an Fernandez (60./64.). «Die Mannschaft hat für Luca gespielt. Leider hat er heute nicht das Glück gehabt», meinte Hitzfeld. Die Bielefelder gaben sich zwar nicht auf, aber ein echtes Aufbäumen war nicht zu erkennen. (dpa)