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Trainersuche offenbar beendet: 

Martin Jol soll HSV-Coach werden

06. Mai 2008 14:00, ergänzt 15:42
Wird Huub Stevens von einem Landsmann beerbt?
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Zwar steht die Zusage des Holländers noch aus, doch es scheint alles dafür zu sprechen, dass Martin Jol in der kommenden Saison beim Hamburger SV die Arbeit seine Landsmannes Huub Stevens fortsetzen wird.

Nach 170 Tagen deutet sich ein Ende der Trainersuche beim Hamburger SV an: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge könnte der Niederländer Martin Jol in den nächsten Tagen vorgestellt werden. Der Vorstand des Fußball-Bundesligisten soll sich auf den 52 Jahre alten Coach, der bis Oktober 2007 den englischen Klub Tottenham Hotspur trainiert hatte, als Huub Stevens' Nachfolger geeinigt haben. Der Verein wollte dies am Dienstag nicht kommentieren. Nach dpa-Informationen bestätigte Jol Kontakte zum HSV, habe aber auch weitere Angebote aus Deutschland und von Twente Enschede. Jol wurde als Coach 1997 mit Roda Kerkrade niederländischer Pokalsieger.

«Das Menschliche steht bei ihm ganz weit vorn»

Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer wollte den Kandidaten Jol nicht bestätigen, deutete aber ein baldiges Ende der in Hamburg viel kritisierten Suche nach einem neuen Fußball-Lehrer an. Der ehemalige Bayern München-Profi Jol (1978/79) könnte kurz nach dem Nordderby am Mittwoch gegen Werder Bremen präsentiert werden, zumal er selbst von einer Entscheidung bis Freitag sprach. Jol hat Stevens bereits in Kerkrade beerbt und könnte dies zehn Jahre später an der Elbe wieder tun. «Er war mein Nachfolger bei Kerkrade, aber das nicht sehr erfolgreich», sagt Stevens über seinen Landsmann, der im Jahr nach dem Pokalsieg wieder entlassen wurde.

Voll des Lobes für Jol ist Tottenhams Kevin-Prince Boateng, der Bruder von HSV-Abwehrspieler Jerome Boateng: «Disziplin ist ihm wichtig, aber in erster Linie war er wie ein Vater zu uns Profis. Das Menschliche steht bei ihm ganz weit vorn», sagte der 21-Jährige der «Hamburger Morgenpost». «Wenn er will, kann er ein harter Hund sein», betonte der ehemalige Berliner Boateng, der sich mit Jol auf Deutsch verständigt hat.

Schlechtere Erfahrungen machte Thimothee Atouba mit dem ehemaligen Trainer des Jahres in den Niederlanden: Die oft sehenswerte, aber Risiko-freudige Spielweise des Kameruner Nationalspielers stieß auf wenig Gegenliebe bei Jol. «In Tottenham hieß es, ich spiele zu gefährlich», sagte Atouba, der schnell nach Hamburg wechselte. Ob es überhaupt zu einem Wiedersehen mit dem ehemaligen Coach kommt, ist allerdings zweifelhaft. Denn Atouba könnte nach den schlechten Leistungen der vergangenen Wochen im Sommer verkauft werden.

Nord-Derby mit Brisanz

Im 88. Nordderby zwischen dem HSV und Werder stehen der Kampf um die Champions-League-Millionen und eine gute Verhandlungsposition mit dem Kandidaten Jol auf dem Spiel. Das Top-Spiel der Nord-Rivalen hat ähnliche Brisanz wie vor zwei Jahren am letzten Spieltag, als Bremen in Hamburg (2:1) den Einzug in die Königsklasse perfekt machte und der HSV nur Dritter wurde. «Unsere Ausgangslage ist gut. Wir wissen, dass der HSV uns nicht mehr einholen kann, wenn wir gewinnen sollten», sagte Werder-Coach Thomas Schaaf, der sich zum fünften Mal in Serie für die kontinentale Meisterklasse qualifizieren will, die fast 15 Millionen Euro garantierte Einnahme bietet.

An der Elbe halten sich die Verantwortlichen vor dem wohl entscheidenden Saisonspiel mit lauten Parolen zurück. «Natürlich hoffen wir auf die Champions League», lässt sich Kapitän Rafael van der Vaart entlocken, doch Stevens sagt klar und deutlich: «Wir sind auf die Hilfe von anderen angewiesen.» Denn selbst bei einem Sieg - der HSV gewann keine der letzten vier Heimspielen gegen Bremen - muss der Traditionsclub auf Ausrutscher von Werder oder Schalke 04 hoffen. «Wenn wir Werder schlagen, ist alles offen», glaubt Joris Mathijsen. Er weiß, was auf dem Spiel steht, denn bei einer Niederlage wäre selbst die Qualifikation für den UEFA-Cup in Gefahr. Der Vorsprung auf den Tabellensechsten Bayer 04 Leverkusen beträgt nur drei Punkte. (dpa)

 
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