30.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Fans von Legia Warschau im Einsatz
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Polens Fußball, im Jahr 2012 Gastgeber der Europameisterschaft, hat wieder einen Antisemitismus-Skandal. Dem Erstligisten LKS Lodz wurde das Stadion gesperrt.
Dem Spieler Arkadiusz Myson vom Erstligisten LKS Lodz wird vorgeworfen, ein Shirt mit einer antisemitischen Aufschrift getragen zu haben. Laut der Zeitung «Gazet Wyborcza» gab Myson dies zu. Nach dem Spiel habe ihn ein Fan gebeten, das Shirt anzuziehen. Er habe die Aufschrift, die den Lokalrivalen Widzew Lodz als «jüdische Hure» beschimpfte, nicht bemerkt. Er sei kein Rassist und habe nichts gegen Juden, verteidigte sich der LKS-Spieler.
Verband ermitteltDer Chef des Polnischen Fußballverbandes (PZPN), Michal Listkiewicz, kündigte an, mit dem Zwischenfall in Lodz, zu dem es bereits vor zwei Wochen gekommen war, werde sich ein Ausschuss des Verbandes befassen. Das Stadion von LKS Lodz wurde bis Saisonende geschlossen. Laut «Gazeta Wyborcza» soll Myson eine hohe Geldstrafe bekommen.
Judenhass in PolenIm Land des deutschen EM-Gegners und Kogastgebers der Euro 2012 war es in jüngerer Vergangenheit immer wieder zu rassistischen und antisemitischen Zwischenfällen und Ausschreitungen von Hooligans gekommen. Während eines Spiels der Warschauer Mannschaft Legia Warszawa sei im Stadion ein Spruchband mit der NS-Inschrift «Arbeit macht frei» gezeigt worden, berichtete die Zeitung. Die Vereinsfahne der Danziger Mannschaft Lechia Gdansk enthalte ein Ku-Klux-Klan-Symbol. Die dortigen Fans hätten während des Spiels: «Rudolf Hess ist unser Vorbild» gerufen.
«Nie wieder!»In Polen gibt es aber auch Fans, die sich den rechtsextremen Klubanhängern in den Weg stellen. Seit 1996 gibt es den Verein «Nigdy wiecej», zu deutsch: Nie wieder!. Nigdy wiecej stellte vor wenigen Jahren die Kampagne «Wir kicken den Rassismus aus den Stadien» auf die Beine. Nigdy wiecej leistet wichtige Arbeit, Fälle wie den jüngsten in Lodz zu dokumentieren. (dpa/nz)