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«Rummel im deutschen Eishockey»: 

Krupps Fragezeichen bei WM-Nominierung

22. Apr 2008 12:21
Guter Dinge: Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp
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Der Eishockey-Bundestrainer kann sich vor dem Beginn der Titelkämpfe in Kanada nicht über mangelnde Aufmerksamkeit beklagen. Die jüngste Niederlage gegen Weißrussland gerät dabei neben Dopingproben und Legionären zur Nebensache.

Überlegungen zu einem vorsorglichen WM-Ausschluss von Florian Busch schiebt Eishockey-Bundestrainer ebenso zur Seite wie früher Gegenspieler. «Wir haben keine Angst vor irgendwelchem Rummel. Wir wollen die beste Mannschaft aufstellen», sagte Uwe Krupp nach dem verlorenen vorletzten Test gegen Weißrussland in Dresden. Ironisch fügte Krupp nach der verweigerten Dopingprobe von Busch hinzu: «Wir lieben den Rummel im deutschen Eishockey.»

Beim hart umkämpften 1:2 nach Verlängerung gegen die Weißrussen am Montag fehlte Busch noch, nachdem ihm tags zuvor das entscheidende Tor zum Titelgewinn seiner Eisbären geglückt war. Bei der WM-Generalprobe am Freitag in Bietigheim gegen Dänemark sollen von Doublegewinner Eisbären Berlin voraussichtlich nur die Verteidiger Frank Hördler und Tobias Draxinger für die Weltmeisterschaft in Kanada vorspielen. «Ein paar müssen antanzen», meinte Krupp. Die anderen WM-Kandidaten auch von Vizemeister Köln sollen ausruhen und direkt nach Kanada mitreisen.

Sturm noch unentschlossen

Ein WM-Freifahrtsschein ist dies jedoch nicht. Jene Mannschaft, die am Sonntag nach Halifax fliegt, muss nicht identisch mit jener sein, die sechs Tage später am 3. Mai gegen Finnland auf dem Eis steht. Erst 24 Stunden vorher muss dass Aufgebot bekanntgegeben werden. Die am Montag überzeugende Sturmreihe mit Yannic Seidenberg, dem Schützen des 1:0 gegen die Weißrussen, Christoph Ullmann und John Tripp hat ihren Platz ebenso sicher wie Torjäger Michael Wolf. «Alle anderen müssen kämpfen», betonte Krupp, dem anders als vor einem Jahr in Moskau diesmal deutsche NHL-Profis zur Verfügung stehen.

Ob auch Marco Sturm von den Boston Bruins nach dem Playoff-Aus dazugehören wird, ließ der Angreifer offen. «Ich muss jetzt erstmal alles sacken lassen und werde dann mit meiner Familie besprechen, wie es weitergeht», sagte der 29-Jährige nach dem 0:5 im siebten Spiel bei den Montréal Canadiens am Montag. Zugesagt haben Dennis Seidenberg und Christoph Schubert, an denen in der Verteidigung kein Weg für einen DEL-Abwehrspieler vorbei führen dürfte. Im Tor glänzte am Montag Dimitrij Kotschnew ebenso wie Übersee-Profi Dimitri Pätzold beim 4:2 im ersten Vergleich gegen die Weißrussen am Samstag.

DEB kontra Nada

Der Fall Busch und die ausgebliebene Sperre für den 23-Jährigen beschäftigt derweil weiter die Führung des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Vizepräsident Uwe Harnos widersprach Angaben der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) vom Montag, wonach das Urteil bis dahin noch immer nicht zugestellt worden sei. Es sei am vorigen Donnerstag per Post und E-Mail versendet worden.

Harnos verwies ferner darauf, der DEB habe gar nicht anders gekonnt, als die viereinhalb Stunden später nachgeholte und negativ ausgefallene Dopingprobe selbst in Auftrag zu geben. Als bei Busch «der Groschen im Hirnkastl gefallen» sei, habe er bei der Nada vergeblich um eine sofortige nachträgliche Probe gebeten. Der Test wäre dann nicht mehr unangemeldet gewesen.

Busch war verwarnt und mit 5000 Euro Geldstrafe belegt worden. Harnos unterstrich, das zuständige Gremium sei vom DEB unabhängig und gemäß des Nada-Codes auch mit Juristen und Ärzten besetzt. Vor allem aber aus inhaltlichen Gründen ist die DEB-Spitze überzeugt, dass ihr Urteil einer Überprüfung standhalten würde. Die Nada hatte angekündigt, den Fall der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) zu melden. (dpa)


 
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