DEL-Profi kommt glimpflich davon:
Keine Sperre trotz verweigerter Dopingprobe
15. Apr 2008 19:15
 |  Strafe statt Sperre: Florian Busch | Foto: AP |
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Florian Busch von den Berliner Eisbären hatte am 6. März scheinbar keine Lust, sich der Kontrolle der Nada zu unterziehen. Gedopt war der Nationalspieler nach den Erkenntnissen der Anti-Doping-Agentur aber nicht.
Eishockey-Nationalspieler Florian Busch von den Eisbären Berlin wird trotz seiner verweigerten Dopingprobe nicht gesperrt. Das teilte der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) am Dienstag mit. Busch steht seinem Klub damit im zweiten Playoff-Finale um die deutsche Meisterschaft am Dienstag bei den Kölner Haien zur Verfügung und kann auch mit zur Weltmeisterschaft Anfang Mai nach Kanada reisen.
Der DEB verwarnte ihn und drohte für einen weiteren Verstoß eine Mindestsperre von drei Monaten an. Busch muss 5000 Euro Geldstrafe zahlen und 56 Stunden gemeinnütziger Arbeit als Trainer im Nachwuchsbereich mit Anfängern und Schülern verrichten. Zudem muss er die Verfahrens- und Kontrollkosten tragen und mit einer zusätzlichen Strafe durch seinen Verein rechnen.
Verspätet aber nicht zu spät
Der 23-Jährige entging jedoch einer möglichen zweijährigen Sperre nach dem Code der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada). Der DEB begründete dies damit, dass Busch zwar am 6. März um 12.30 Uhr eine Dopingprobe zunächst verweigerte. Er sei aber schon 24 Minuten später mit der Nada in Kontakt getreten und habe eigenständig dafür Sorge getragen, dass der Kontrolleur gegen 17.00 Uhr noch einen Test vornehmen konnte.Das Ergebnis war negativ. Der DEB verwies darauf, dass selbst eine positive A-Probe entsprechend des Nada-Codes noch durch eine negative B-Probe widerlegt werden könne. Nach Angaben des Verbandes belegt die Analyse zudem unzweifelhaft, dass Busch in der Zwischenzeit keine dopingverschleiernden Mittel einnahm. Die Nada muss dem Urteil nicht zustimmen, der DEB hatte aber eine enge Abstimmung angekündigt und erklärte, es sei unangemessen, einen nachweislich nicht gedopten Sportler den gleichen Sanktionen zu unterwerfen wie einen nachweislich gedopten Athleten.
Dummheit und schlechtes Benehmen
Auch die Eisbären wollen noch Maßnahmen gegen ihren Stürmer ergreifen. Dies kündigte Manager Peter John Lee an. Busch habe dem deutschen Eishockey sehr geschadet, betonte Lee vor der Partie in Köln. Der Angreifer wollte mit seiner Freundin zum Essen gehen, als der Kontrolleur bei ihm auftauchte. Offenbar gab es dann eine Auseinandersetzung. Bundestrainer Uwe Krupp warf Busch vor, eine große Dummheit begangen zu haben, meinte aber auch: «Was wir wissen, ist, dass er kein Dopingsünder ist, bloß weil er sich gegenüber dem Kontrolleur schlecht benommen hat.» Mit fünf Toren und fünf Vorlagen war Busch vor dem Spiel in Köln drittbester Scorer der Eisbären in den Playoffs. Im ersten Finale am Sonntag hatte er beim 3:2-Sieg der Berliner nach Verlängerung das 2:1 erzielt. (dpa)