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«Das riecht nach Titelgewinn»: 

Real zieht davon

14. Apr 2008 13:53
Zeigt gute Manieren: Real-Coach Bernd Schuster
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Dank eines Sieges gegen Murcia und der Patzer der Konkurrenz ist Real Madrid die Meisterschaft in Spanien kaum noch zu nehmen. Trainer Bernd Schuster punktet derweil bei den spanischen Medien.

Real Madrid kann den Sekt für die Meisterfeier kalt stellen. Sechs Spieltage vor Saisonende baute das Team von Trainer Bernd Schuster mit einem 1:0-Sieg über Real Murcia den Vorsprung an der Spitze der spanischen Fußball-Liga auf neun Punkte aus. «Das riecht nach Titelgewinn», titelte die Madrider Sportzeitung «As» am Montag. Das Konkurrenzblatt «Marca» ging noch einen Schritt weiter: «Das Siegtor von Wesley Sneijder bedeutete die Meisterschaft.»

Falsch geparkter Mannschaftsbus

Schuster wahrte dagegen Zurückhaltung: «Wenn wir weiter gewinnen, werden wir Schritt für Schritt zum Ziel gelangen.» Real (69 Punkte) profitierte davon, dass die Konkurrenz patzte. Der FC Barcelona (60) errang bei Recreativo de Huelva nur ein 2:2, der FC Villarreal (59) verlor bei UD Almería 0:1. Fußballerisch hatten die «Königlichen» gegen den Vorletzten der Primera División wenig zu bieten. Obendrein mussten sie 70 Minuten mit zehn Mann auskommen, nachdem Verteidiger Miguel Torres wegen eines Fouls vom Platz gestellt worden war.

Murcia beschränkte sich darauf, sein Tor zu verteidigen. Es stellte, wie man in Spanien zu einer solchen Mauertaktik sagt, seinen Mannschaftsbus vor dem eigenen Tor ab. «Wir haben unseren Bus aber wohl falsch geparkt, denn am Ende haben wir doch verloren», räumte Murcias Trainer Javier Clemente ein. Der Ex-Nationalcoach war schon 14 Mal mit verschiedenen Teams im Bernabéu-Stadion angetreten, konnte dort aber nie gewinnen. Das Siegtor für Real erzielte der Niederländer Sneijder in der 58. Minute.

Schuster zeigt Größe

Vor der Partie hatte Clemente noch gegen seinen Real-Kollegen gestichelt: «Es ist leicht, ein großes Team zu trainieren.» Schuster bewies jedoch Größe und ließ sich auf den Streit nicht ein. «Javi und ich haben vieles gemeinsam», sagte der Deutsche. «Wir beide zeigen Charakter und hassen es zu verlieren.» Das Sportblatt «As» bescheinigte dem Real-Trainer: «Schuster ist dabei, seine Lektion zu lernen. Bei einem großen Club verlangt man nämlich von einem Coach nicht nur Fußball mit Stil, sondern auch gute Manieren.»

Beim spielerischen Glanz, wie ihn Clubchef Ramón Calderón vor einem Jahr nach dem Hinauswurf von Fabio Capello versprochen hatte, hapert es jedoch bedenklich. Die spanische Presse kam einhellig zu dem Schluss, dass das Niveau in der Primera División stark gesunken ist. «Reals anstehende 31. Meisterschaft ist die glanzloseste der Vereinsgeschichte», bemängelte die Zeitung «El País». «El Mundo» gab gar zu bedenken: «Wer die Partie Real gegen Murcia mit dem englischen Ligaspiel Manchester-Arsenal vergleicht, möchte meinen, es handelte sich um zwei verschiedene Sportarten.» (dpa)

 
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