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Handball: 

Kiel deklassiert den FC Barcelona

06. Apr 2008 20:39
Marcus Ahlm (r.) gegen die Barca-Spieler Iker Romero (l.) und Laszlo Nagy
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Trotz der frühzeitigen Verletzung des zurzeit wohl besten Handballers der Welt, hat der THW Kiel eine grandiose Vorstellung geboten. Nun hoffen die Kieler auch ein Trauma besiegen zu können.

Die Mannschaft des THW Kiel ist im Handball das Maß aller Dinge, nicht nur in der Bundesliga. Die Norddeutschen stehen vor dem erneuten Einzug ins Finale der Champions League, der HSV Hamburg kann ein Weiterkommen dagegen fast schon abhaken. Der Titelverteidiger von der Küste steigerte sich am Sonntag im Halbfinal-Hinspiel gegen den siebenmaligen Königsklassen-Gewinner FC Barcelona in einen wahren Spielrausch und siegte überlegen mit 41:31 (20:15). Im Rückspiel in einer Woche sollte der 10-Tore-Vorsprung für den Triple-Gewinner des Vorjahres reichen, um sein katalanisches Trauma zu besiegen - bereits dreimal setzten sich die Spanier zuvor im Rückspiel durch. Damit es im Mai zu einem deutschen Endspiel kommt, müsste dem HSV Hamburg aber nach dem 27:34 (14:18) bei Real Ciudad zu Hause am kommenden Freitag ein kleines Wunder gelingen.

Omeyer lässt Barca verzweifeln

«Das war eine tolle Mannschaftsleistung, auch als Nikola Karabatic ausfiel, konnten wir das auffangen. Das wird ein ganz heißes Spiel in Barcelona», sagte Filip Jicha, der mit neun Treffern zum Matchwinner avancierte. Der Franzose Karabatic war bereits nach 15 Minuten mit dem Fuß umgeknickt und musste den Rest der Partie von der Bank aus verfolgen. Da der französische Weltklasse-Keeper Thierry Omeyer einen Glanztag erwischte und allein im ersten Durchgang mit zehn Paraden aufwartete, kamen die Spanier aber nie richtig in Schwung.

Beim starken Spitzenklub Ciudad Real hatten die ersatzgeschwächten Hamburger keine Chance auf ein halbwegs passables Ergebnis. «Das ist eine gigantische Aufgabe im Rückspiel, aber wir wären falsch beraten, wenn wir uns keine Chance ausrechnen würden», sagte HSV-Sportchef Christian Fitzek, der auf die Rückkehr der verletzten Stammspieler hofft. Trainer Martin Schwalb musste auf die beiden Nationalspieler Stefan Schröder (Kahnbeinbruch) und Torsten Jansen (Muskelfaserriss) verzichten. Mit von der Partie war Kreisläufer Bertrand Gille, der Dank eines Brustpanzers trotz angebrochener Rippe auflaufen konnte.

Nordhorn und Rhein Neckar Löwen müssen bangen

In den weiteren Europapokal-Partien steht die HSG Nordhorn vor der Überwindung ihres Halbfinal-Traumas, die Rhein-Neckar Löwen bangen um ihr erstes internationales Endspiel. Nordhorn hat im EHF-Pokal durch die knappe 25:26-Niederlage bei CAI Aragon in Saragossa eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel am nächsten Sonntag.

Dagegen müssen die Rhein-Neckar Löwen im Pokalsieger-Wettbewerb um den Final-Einzug bangen. Nach dem glücklichen 27:27 gegen BM Valladolid setzen die Mannheimer im Rückspiel am Samstag in Spanien auf Offensivkraft und weltmeisterliche Erfahrung. «Es ist noch nichts passiert. Wir haben die erste Halbzeit absolviert, nun kommt die zweite in Spanien. Und 28 Tore können wir erzielen. Wenn es dort 28:28 ausgeht, sind wir weiter», sagte Routinier Christian Schwarzer.

Lemgo siegt in der Bundesliga

Unterdessen hat sich in der Bundesliga der Zweikampf um den sechsten Rang und damit den letzten sicheren Europacup-Startplatz zugespitzt. Im direkten Duell gewann der TBV Lemgo mit 30:29 gegen den VfL Gummersbach und hat nun als Siebter nur noch einen Punkt Rückstand auf den ehemaligen deutschen Rekordmeister. «Im Kampf um Platz sechs ist noch nichts entschieden, beide Mannschaften haben noch schwere Spiele», sagte Gummersbachs Trainer Alfred Gislason. Die Formkurve der Lemgoer zeigt dagegen auch dank der zuletzt starken Leistungen von Daniel Stephan nach oben. Der sportliche Leiter und Standby-Spieler, der nach dieser Saison seine Karriere beendet, war neben Michael Kraus mit acht Treffern bester Torschütze. (nz/dpa)

 
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