06.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Deutliche Dominanz: Felix Sturm (r.) und Jamie Pittmann
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Mit einer beeindruckenden Leistung hat Felix Sturm seinen WBA-Gürtel in Düsseldorf verteidigt. Dominante Kampfführung und die Schlagstärke des 29-Jährigen machen Hoffnung auf mehr.
Box-Weltmeister Felix Sturm ist nach seinem ersten K.o.-Sieg seit 16 Monaten nicht zu bremsen. Der Leverkusener verteidigte in der Samstagnacht vor 4.500 Zuschauern in Düsseldorf seinen WBA-Titel im Mittelgewicht gegen den Australier Jamie Pittman vorzeitig in der siebten Runde und würde nun am liebsten gleich auch noch IBF-Weltmeister Arthur Abraham verhauen. «Wenn wir 24 Runden boxen, würde ich 24 Runden gewinnen. Ich würde ihn jederzeit boxen und jederzeit schlagen», verkündete der 29-Jährige nach dem 29. Sieg im 32. Kampf seiner Karriere.
Die nächsten Kämpfe stehenDer Gipfel der beiden deutschen Mittelgewichts-Weltmeister muss aber noch warten. Erst trifft WBA-Champion Sturm am 5. Juli auf den Spanier Javier Castillejo oder Europameister Sebastian Sylvester aus Greifswald, die sich am kommenden Samstag in Neubrandenburg gegenüberstehen. Dann steht das Rematch mit Randy Griffin (USA) an, gegen den der gebürtige Bosnier im Oktober 2007 unentschieden geboxt hat. «Das ist der Fahrplan, das sind zwei interessante Kämpfe», sagte Sturms Promoter Klaus-Peter Kohl.
Beider Traum von einem Vereinigungskampf gegen die Konkurrenz-Weltmeister im Mittelgewicht, Arthur Abraham (Berlin) und Kelly Pavlik (USA), lebt aber weiter. «Wir sind bereit, wir wollen den Kampf mit Abraham», sagte Universum-Chef Kohl. IBF-Weltmeister Abraham steht bei seinem Konkurrenten Wilfried Sauerland unter Vertrag. «Er hat nur eine Qualität, das ist hart hauen», meinte Sturm wenig respektvoll. «Pavlik ist noch interessanter, weil er zwei Gürtel hat», sagte Kohl über den amerikanischen Titelträger der Verbände WBC und WBO.
Pittman dreimal am BodenTechniker Sturm ist nicht gerade als harter Schläger bekannt. Gegen den 26 Jahre alten Pittman gelang ihm erst der 13. K.o.-Erfolg. Der tapfere, aber überforderte Australier musste in der fünften Runde nach einem Leberhaken das erste Mal zu Boden, nach zwei weiteren Niederschlägen in Runde sieben war das ungleiche Duell beendet. Zu diesem Zeitpunkt war das rechte Auge des Herausforderers bereits komplett zugeschwollen. «Er hat mich zermürbt, er ist der beste Mittelgewichtler der Welt, stärker als Abraham», sagte Pittman.
In seinem nächsten Fight erwartet Sturm den spanischen Ex-Weltmeister Castillejo als Gegner. Dem deutschen Europameister Sylvester traut er keinen Sieg über den 40 Jahre alten Ringfuchs zu. Gegen Castillejo hatte Sturm seinen WM-Titel im Juli 2006 überraschend durch K.o. verloren, im April 2007 holte er ihn sich mit einem Punktsieg wieder zurück. «Eine Trilogie ist doch eine tolle Sache. Ich weiß gar nicht, ob es das in Deutschland schon einmal gegeben hat», meinte Sturm.
WIBF-Halbfliegengewichts-Weltmeisterin Julia Sahin musste im Vorprogramm bis zur letzten Runde hart kämpfen, ehe ihr einstimmiger Punktsieg (96:94, 98:93, 97:92) über Yahaira Martinez aus Puerto Rico feststand. Die 34 Jahre alte Kölnerin verteidigte ihren Titel zum dritten Mal erfolgreich. «Alle haben gedacht, nach dem Rücktritt von Regina Halmich würde das Frauenboxen in ein Loch fallen. Das ist aber nicht so», sagte Kohl. (dpa)