04.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Zabel (l.) und Rolf Aldag bei ihrer Beichte 2007
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der ehemalige T-Mobile-Fahrer steht zu seiner Aussage, vor Jahren systematisch mit EPO gedopt zu haben. Lediglich die fehlende Rücksprache mit seinem Team bereut der Radprofi.
Erik Zabel hat seine tränenreiche Doping-Beichte vom 24. Mai 2007 bisher nicht bedauert. In am Freitag veröffentlichten Interviews mit dem «Kölner Stadtanzeiger» und der «Neuen Osnabrücker Zeitung» sagte der Kapitän des Bremer Milram-Teams: «Ich bereue das Geständnis an sich nicht, auf keinen Fall. Ich wollte mich befreien». Seine Aussagen, die er gegenüber dpa am Ostermontag im Detail darstellte («Ich habe 1996 zehn Einheiten EPO alle zwei Tage 13 Tage vor der Tour de France, eine Woche während der Tour gespritzt») hätte er ohne Rücksprache mit seinem Team vorgenommen.
«Das habe ich sehr egoistisch durchgezogen - das würde ich heute anders machen», erklärte der 37 Jahre alte Berliner. Er wies noch einmal darauf hin, dass er aus eigener Tasche 100.000 Euro für Jugendveranstaltungen spenden werde. Das einstige Idol habe nach der Beichte an Rücktritt gedacht, sich aber für die Weiterfahrt entschieden: «Wenn ich merke, Geist und Körper bilden keine Einheit mehr, höre ich auf», betonte er.
Sein Vertrag beim deutschen ProTour-Team Milram läuft zum Ende dieser Saison aus. Vor dem ausgefallenen deutschen Klassiker «Rund um Köln» hatte Zabel angedeutet, eventuell noch eine Saison dranzuhängen, je nachdem, wie das Urteil im Dopingfall seines Team- Kollegen Alessandro Petacchi ausfalle. Der Urteilsspruch des Internationalen Sportgerichtshofes CAS wird Ende dieses Monats erwartet. (dpa)