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Nach Entscheidung des DOSB: 

Sportler begrüßen Boykott-Verzicht

25. Mrz 2008 14:28
Danny Ecker
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Deutschlands Sportler sind erleichtert über den Boykott-Verzicht des Deutschen Olympischen Sportbundes. Die Menschenrechtsverletzungen in Tibet würde man am liebsten mit einem stillen Protest belegen.

Deutschlands Sportler sind erleichtert über den Boykott-Verzicht des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) - aber bereit für einen stillen Protest. «Es ist traurig, was in China passiert, ein Boykott würde daran aber nichts ändern. Sinnvoller wäre es, wenn die Athleten mit stillem Protest ihr Gesicht zeigen und bei den Spielen beispielsweise Armbänder gegen die Unruhen tragen. Da bin ich dabei», sagte Stabhochspringer Danny Ecker in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Das Recht der freien Meinungsäußerung der Athleten dürfe in Peking nicht eingeschränkt werden, sagte Schwimmerin Antje Buschschulte. «In unserer Gesellschaft darf sich jeder frei äußern. Solange es nicht unfair wird und ich jemand anderem keinen Schaden zufüge, muss das auch bei Olympia möglich sein. Wenn man schon für freie Meinungsäußerung ist, dann muss man auch jede Meinung akzeptieren.»

Die Sportler sind froh, dass die Entscheidung gefallen ist und sie sich auf ihren Sport konzentrieren können. Aber sie blenden die Problematik nicht aus. «Ich fahre mit gemischten Gefühlen hin und finde es nicht klasse. Aber ich finde die Grundidee, die hinter Olympia steckt, klasse. Das Gefühl, das da transportiert wird, kannst du nicht kaufen», sagte Degenfechterin Imke Duplitzer. «Bei meinen vierten Spielen könnte ich zum ersten Mal zur Eröffnungsfeier, aber ich werde da wohl nicht hingehen, um zu zeigen, ich bin hier, weil ich hier sein muss. Nach meinem Wettkampf werde ich China wohl sofort verlassen und nicht bis zum Ende der Spiele bleiben.» Und: «Das erinnert mich ein bisschen an Olympia 1936 in Berlin. Auch damals hat sich ein Regime bei Olympischen Spielen präsentiert.»

Verantwortung des IOC

Antje Buschschulte erinnert an die Verantwortung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC): «Wenn man die Menschenrechte als Maßstab nimmt, dann hätte man die Spiele erst gar nicht nach China vergeben dürfen.» Außerdem: «Bei vielen anderen Kriegen interessiert es auch nicht, ob Olympische Spiele stattfinden. Leider hält sich die Welt nicht mehr an den Grundsatz aus der Antike, wonach während der Olympischen Spiele kein Krieg geführt werden darf.» Duplitzer machte in dem Zusammenhang klar: «Es ist die Verpflichtung des IOC, die Spiele nur an Länder zu vergeben, die der Olympischen Idee würdig sind.»

«Nach dem DOSB-Beschluss bin ich erleichtert und wieder positiv gestimmt, auch wenn ich die Umstände der Unruhen nicht befürworten kann», erklärte Hammerwerfer Markus Esser: «Die Probleme mit China gibt es nicht erst seit heute, sondern waren schon vor sieben Jahren bekannt, als die Spiele nach Peking vergeben wurden.»

Radprofi Linus Gerdemann steht ebenfalls hinter dem DOSB- Beschluss: «Ich kann die Tibeter verstehen, die auf der Olympia- Plattform auf die mangelnden Menschenrechte in China hinweisen. Aber ich bin nicht der Meinung, dass der Sport durch einen Boykott Druck ausüben sollte. Es gibt zwischen Deutschland und China so viel wirtschaftliche Verbindungen, dass auch von dieser Seite Sanktionen kommen könnten.» Triathlet Jan Frodeno würde es «für wirkungsvoller halten, wenn sich Olympia-Sponsoren und die dort involvierte Wirtschaft entsprechend verhalten würden. Der französische Innenminister hat vorgeschlagen, die Eröffnungsfeier zu boykottieren. Damit könnte sich mich anfreunden».

Auch für Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch ist ein Boykott «kein Mittel, solche Probleme zu lösen. Der Sport soll Brücken bauen und zur Verständigung beitragen.» (Richard Janssen, dpa)

 
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