Antje Buschschulte erinnert an die Verantwortung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC): «Wenn man die Menschenrechte als Maßstab nimmt, dann hätte man die Spiele erst gar nicht nach China vergeben dürfen.» Außerdem: «Bei vielen anderen Kriegen interessiert es auch nicht, ob Olympische Spiele stattfinden. Leider hält sich die Welt nicht mehr an den Grundsatz aus der Antike, wonach während der Olympischen Spiele kein Krieg geführt werden darf.» Duplitzer machte in dem Zusammenhang klar: «Es ist die Verpflichtung des IOC, die Spiele nur an Länder zu vergeben, die der Olympischen Idee würdig sind.» «Nach dem DOSB-Beschluss bin ich erleichtert und wieder positiv gestimmt, auch wenn ich die Umstände der Unruhen nicht befürworten kann», erklärte Hammerwerfer Markus Esser: «Die Probleme mit China gibt es nicht erst seit heute, sondern waren schon vor sieben Jahren bekannt, als die Spiele nach Peking vergeben wurden.»
Radprofi Linus Gerdemann steht ebenfalls hinter dem DOSB- Beschluss: «Ich kann die Tibeter verstehen, die auf der Olympia- Plattform auf die mangelnden Menschenrechte in China hinweisen. Aber ich bin nicht der Meinung, dass der Sport durch einen Boykott Druck ausüben sollte. Es gibt zwischen Deutschland und China so viel wirtschaftliche Verbindungen, dass auch von dieser Seite Sanktionen kommen könnten.» Triathlet Jan Frodeno würde es «für wirkungsvoller halten, wenn sich Olympia-Sponsoren und die dort involvierte Wirtschaft entsprechend verhalten würden. Der französische Innenminister hat vorgeschlagen, die Eröffnungsfeier zu boykottieren. Damit könnte sich mich anfreunden».
Auch für Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch ist ein Boykott «kein Mittel, solche Probleme zu lösen. Der Sport soll Brücken bauen und zur Verständigung beitragen.» (Richard Janssen, dpa)