24. Mrz 2008 15:52, ergänzt 26. Mrz 2008 12:06
In den Doping-Skandal im Radsport kommt wieder Bewegung: Während Andreas Klöden beteuert, dass er aus der Uni-Klinik Freiburg ausschließlich legale Präparate erhalten habe, spricht Erik Zabel über seine «EPO-Kur».
Der zweimalige Zweite der Tour de France, der am Montag bei der spanischen Rundfahrt Castilla y Leon zum Zeitfahren antrat, habe keine teaminterne Sanktion zu erwarten, sagte Maertens: «Uns sind im Moment die Hände gebunden, bis klare Fakten auf dem Tisch liegen. Am Dienstag wird es in Spanien ein persönliches Gespräch zwischen Klöden und Bruyneel geben.» Hans Joachim Schäfer, der Vorsitzende der Doping-Untersuchungs- Kommission der Freiburger Uni-Klinik, hatte von einer nächtlichen, gekühlten Medikamentenlieferung an Klödens damalige Freundin und jetzige Ehefrau im Jahr 2000 im Wert von 1000 D-Mark berichtet. Wie sein Freund Jan Ullrich hatte der ebenfalls in der Schweiz lebende Klöden stets geleugnet, Leistungen durch Doping manipuliert zu haben.
Der frühere T-Mobile-Sprinter Erik Zabel hat unterdessen detailliert über seine elf Jahre zurückliegende Doping-Praxis mit EPO gesprochen. «Ich habe jeden zweiten Tag zehn Einheiten gespritzt - 13 Tage vor der Tour de France, eine Woche während der Tour. Dann habe ich die Sache abgebrochen», sagte der 37-jährige Berliner der Nachrichtenagentur dpa. Auch weil seine tränenreiche Fernseh-Beichte vom 24. Mai 2007 diese Präzision vermissen ließ, hatte es nach dem Zwischenbericht der Doping- Kommission der Uniklinik Freiburg am Donnerstag einigen Wirbel um Zabel gegeben. Aber der Kommissionsvorsitzende Schäfer räumte auch eigene Fehler ein: «Der Bericht war in diesem Punkt ein bisschen falsch. Ich habe Verständnis dafür, dass sich Herr Zabel etwas aufgeregt hat.»