Blindenfußball:
Bundesliga-Gründung mit Uwe Seeler
21. Mrz 2008 18:25
 |  Uwe Seeler | Foto: dpa |
|
«Ich weiß, es funktioniert», so die Worte des Fußball-Idols Uwe Seeler zur Gründung der Blindenfußball-Bundesliga unter seiner Schirmherrschaft. Die europäische Konkurrenz ist schon etwas weiter.
Acht deutsche Fußball-Mannschaften mit blinden Spielern haben unter der Schirmherrschaft von Uwe Seeler eine Bundesliga gegründet. Wie das Berufsförderungswerk (BFW) Würzburg am Freitag mitteilte, treten neben der SG Würzburg-Berlin unter anderem auch blinde Kicker aus Dortmund, Chemnitz und Stuttgart an. Den Auftakt bildet am letzten Samstag im März die Begegnung der SG Würzburg-Berlin gegen die Auswahl des FC St. Pauli. «Ich weiß, es funktioniert», sagte Fußball-Idol Seeler.
«Eine Kunst für sich»
«Eigentlich spielen wir ganz normal Fußball, wir sehen halt nichts», beschreibt BFW-Blindenfußballer Marcel Heim den Sport, dem er seit gut einem Jahr nachgeht. Der 23-Jährige war vor seiner Sehbehinderung ein talentierter Straßenfußballer, vor rund drei Jahren erblindete er.
Blindenfußball geht ganz einfach: Der Spielball ist innen mit Schellen versehen, die Spieler orten ihn durch ihr Gehör. Pro Team treten vier blinde Feldspieler und ein sehender Schlussmann im Handballtor an. «Erfolgsrezept ist das Dribbeln und das blinde Spielverständnis mit den Mitspielern. Das Führen des Balles und die Orientierung auf dem Feld sind allerdings eine Kunst für sich», erklärte Martina Junker, Sportlehrerin am BFW Würzburg. «Hier haben Länder wie Spanien oder Brasilien, in denen Blindenfußball schon seit Jahrzehnten gespielt wird, einen Vorsprung.» (dpa)