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Frauenfußball - Algarve-Cup: 

Deutschland verliert kleines Finale

12. Mrz 2008 17:10
Fußball-Legende Birgit Prinz
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Noch bleiben im Spiel von Deutschlands Weltmeisterinnen einige Wünsche offen. Trotzdem zieht Bundestrainerin Neid ein positives Fazit.

Die erste Etappe auf dem Weg zur olympischen Goldmedaille hat die Fußball-Nationalmannschaft der Frauen vielversprechend absolviert. «Unsere Spielerinnen haben hier einen fitteren Eindruck als vor einem Jahr hinterlassen. Allerdings haben wir auch gesehen, dass wir noch einiges tun müssen bis zu den Olympischen Spielen in China. Mit dem vierten Platz kann ich aber gut leben», bilanzierte DFB-Trainerin Silvia Neid nach dem 0:2 (0:1) gegen Norwegen im Spiel um Platz drei beim Algarve-Cup.

Wenige Stunden vor dem Finale zwischen Dänemark und den USA, das der Rekordsieger mit 2:1 gegen die Däninnen gewann, konnte die DFB- Auswahl die Neuauflage des WM-Halbfinals in China 2007 (3:0) gegen die Skandinavierinnen am Mittwoch in Santo Antonio lange offen gestalten. Allerdings zeigte sich der Olympiasieger von Sydney 2000 kaltschnäuziger bei der Verwertung der Chancen. Vor rund 300 Zuschauern schossen Melissa Wiik (41.) und Marie Knutsen (49.) den verdienten Sieg heraus. Dem 0:2 ging ein Querschläger von Kerstin Stegemann voraus. Knutsen hatte keine Mühe, Nadine Angerer im deutschen Tor zu überwinden.

Für «WM-Heldin» Angerer endete bereits mit Wiiks Kopfballtor eine Länderspiel-Rekordserie von insgesamt 1018 Spielminuten ohne Gegentreffer. «Die Serie hat gegen Norwegen begonnen und ist nun auch gegen Norwegen zu Ende gegangen. Aber das ist mir ziemlich egal. Wichtiger ist, dass ich als Nummer eins zu Olympia fahre», sagte Angerer, die letztmals im Testspiel gegen denselben Gegner am 30. August 2007 in Mainz hinter sich greifen musste.

Viel Luft nach oben

Bis zum «kleinen Finale» hatte die DFB-Elf in Portugal durch eine starke Defensive geglänzt. In den drei Gruppenspielen gegen Dänemark (0:1), Finnland (3:0) und Schweden (2:0) kassierte die Abwehr nur ein Gegentor. Gegen Dänemark stand Angerers Konkurrentin Silke Rottenberg zwischen den Pfosten. «Das Abwehrverhalten, Stellungsspiel und die Abstimmung in der Defensive waren schon ganz in Ordnung», lobte Neid, die aber vor allem im Spiel nach vorn und im Abschluss noch viel Luft nach oben sieht. Im Estadio Municipal vergaben Spielführerin Birgit Prinz (2.) und Sandra Smisek (4.) sowie Simone Laudehr (25.) die besten Möglichkeiten. Laudehrs Schuss nach tollem Solo wurde noch an den Pfosten abgefälscht.

«Auf die Offensive müssen wir nun die Schwerpunkte unserer Arbeit bis zur Nominierung des Olympia-Kaders legen. Teilweise hatten wir eine schlechte Ballkontrolle. Die Laufwege waren noch nicht optimal. Das Passspiel in die Spitze muss schneller und präziser werden», monierte Neid, die das «Testturnier» aber vor allem für Experimente nutzte. Alle 20 Spielerinnen bekamen ihre Chance.

Olympia-Auslese

In den kommenden Monaten geht die harte Olympia-Auslese weiter. «Es gibt noch einiges zu tun. Eigentlich bin ich ganz froh darüber, dass wir 'nur' Platz vier erreicht haben. Denn mehr hätten wir hier nicht verdient gehabt», sagte die Cheftrainerin, die 18 Spielerinnen mit nach Peking nehmen darf, darunter zwei Torfrauen. Bis dahin stehen noch vier Lehrgänge und drei Länderspiele auf dem Programm. Dann muss die Bestform erreicht sein, wenn das «Unternehmen Gold» gelingen soll.

Neid heizt den Kampf um die Olympia-Tickets weiter an: «Die Auswahl an Spielerinnen ist groß. Am Ende entscheidet vor allem die Fitness darüber, wer mit nach China reist. Weiteres wichtiges Kriterium ist die Flexibilität. Akteurinnen, die mehrere Positionen spielen können, sind besonders wertvoll bei solch einem Turnier.» (nz/dpa)

 
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