Umgekehrt heißt dies: Wird der Weg zurück zu schmerzhaft, gibt Ronaldo auf, trotz seiner «Liebe für den Fußball.» Verdenken könnte es ihm niemand. Irgendwann geht auch dem Stehaufmännchen des internationalen Fußballs die Kraft aus. Nach seinem nie ganz aufgeklärten Schwächeanfall vor dem WM-Finale 1998 gegen Frankreich musste Ronaldo zwei schwere Knie-Operationen überstehen. Auch in den letzten Jahren kämpfte er sich nach Rückschlägen bei Inter Mailand und Real Madrid immer wieder heran. Diese Saison aber scheint wie verhext: Schon vor dem Start verletzte er sich am Oberschenkel und musste monatelang pausieren. Beim internationalen Comeback-Versuch in der Champions League zog er sich beim Aufwärmen am Spielfeldrand eine Wadenverletzung zu. Kaum zurückgekehrt, erlitt Ronaldo dann vor zwei Wochen beim 1:1 gegen Livorno einen Bänderriss im linken Knie. So kam er bislang nur zu sechs Einsätzen, in denen er zwei Tore erzielte. Sein Vertrag läuft Ende dieser Saison aus.
Zuspruch bekommt der erfolgreichste WM-Torjäger von allen Seiten. «Wir werden auf ihn warten», versicherte Milan-Präsident Silvio Berlusconi und auch Trainer Carlo Ancelotti zeigte sich «überzeugt», dass der Weltmeister von 2002 noch einmal in den Spitzenfußball zurückfinde. «Ronie kommt zurück», sagt auch Ronaldos Vater. Sein Sohn scheint aber weniger optimistisch und vielleicht dafür realistischer zu sein: «Es wird nicht leicht.» (dpa)