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«Il Phenomeno» wieder schwer verletzt: 

Ronaldo vor dem Aus

14. Feb 2008 12:46, ergänzt 23:11
Schmerzen im linken Knie: Ronaldo am Boden
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Die Profi-Karriere des früheren Weltfußballers Ronaldo droht ein jähes Ende zu nehmen. Nach dem Riss der Patellasehne wurde der Brasilianer erneut am linken Knie operiert.

Ronaldo stand nur drei Minuten auf dem Platz - es könnten die letzten seiner Karriere gewesen sein. Dem brasilianischen Fußball-Star droht wegen einer erneuten schweren Knieverletzung das vorzeitige Ende seiner Profi-Laufbahn. Der 31 Jahre alte Torjäger erlitt am Mittwochabend im Nachholspiel der Serie A seines AC Mailand gegen AS Livorno (1:1) einen Riss der Patellasehne im linken Knie. Nach italienischen Presseberichten bedeutet dies eine Zwangspause von mindestens neun Monaten.

«Er kann sich erholen»

Der Weltfußballer der Jahre 1996, 1997 und 2002 wurde noch am Donnerstagabend in der Pariser Klinik Pitié-Salpêtrière operiert. Die zweistündige Operation sei erfolgreich verlaufen, erklärten die behandelnden Ärzte Gérard Saillant und Eric Rolland. Die Zukunft des Ausnahmefußballers als Sportler hänge vor allem von dessen Motivation ab. Ronaldo müsse noch acht bis zehn Tage in der Klinik bleiben, könne aber bereits an diesem Freitag mit der Rehabilitation beginnen.

Saillant hatte Ronaldo bereits zweimal operiert. «Er kann sich erholen. Man muss nur wissen, was er vorhat, ob er noch einige Jahre weitermachen oder bald aufhören will», sagte Saillant vor der Operation dem Sender RTL. «Das hängt stark von ihm ab, von seinem Willen, sich neu anzustrengen und wichtige Opfer für sein Comeback zu bringen. Man weiß ja, dass das mit 31 Jahren schwieriger ist als mit 20 Jahren.» Vor acht Jahren hatte Ronaldo nach einer ähnlichen Verletzung 17 Monate pausieren müssen.

Ronaldo war beim Stand von 0:1 (57. Minute) eingewechselt worden. Er und Filippo Inzaghi, die beiden «Alten», sollten das Spiel noch drehen. Drei Minuten später sprang der Brasilianer nach einer Flanke, kam dabei aber so unglücklich auf, dass die Patellasehne riss, die größte Sehne im Kniegelenk. Ronaldo schrie vor Schmerzen. Unter Tränen wurde er vom Platz getragen. Unmittelbar darauf verwandelte Andrea Pirlo einen Elfmeter zum Ausgleich, da Livornos Mittelfeldmann Vidigal in der Unglücksszene den Ball mit der Hand gespielt hatte.

Berlusconi spricht Mut zu

«Das Knie ist kaputt, die Karriere gefährdet», schrieb die Zeitung «Corriere della Sera» und erinnerte an Ronaldos Verletzung vor acht Jahren: «Das gleiche verzogene Gesicht, der gleiche Schrei, die gleichen Tränen.» Als vor acht Jahren die Patellasehne in Ronaldos rechtem Knie gerissen war, gelang dem Brasilianer nach einer endlos scheinenden Rehabilitation ein Comeback. Heute hat das «Fenomeno» jedoch acht Jahre mehr auf dem Buckel. Zudem plagt er sich seit Jahren mit einer Serie von Muskelverletzungen und Gewichtsproblemen herum, die ihm zeitweise den Spitznamen «Dickerchen» einbrachten.

All dies trägt dazu bei, dass viele Experten an einer Fortsetzung von Ronaldos Karriere zweifeln. In dieser Saison brachte es der Stürmer bei Milan nur auf sechs Einsätze und zwei Tore. Milan-Boss Silvio Berlusconi sprach dem Torjäger aber Mut zu: «Ich habe ihn angerufen und ihm gesagt, er soll an sich glauben. Mit seinen 31 Jahren ist er ein junger Mann. In ein paar Monaten kann er wieder der alte Champion sein, als den wir ihn kennen.»

Ronaldo galt Ende der 90er Jahre als Superstar des internationalen Fußballs. Mit 15 Treffern bei drei Weltmeisterschaften hält er den WM-Torrekord. 1994 gehörte er dem Kader an, der für Brasilien den WM- Titel holte, kam aber selbst nicht zum Einsatz. 2002 hatte er mit seinen Toren maßgeblichen Anteil an Brasiliens WM-Titelgewinn. In Europa spielte Ronaldo für PSV Eindhoven, FC Barcelona, Inter Mailand, Real Madrid und AC Mailand. (dpa)

 
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