Passend zur gereizten Stimmung zogen sich auch die Verhandlungen mit Trainer Thomas Doll länger als erwartet hin. Noch immer gibt es offenbar unterschiedliche Auffassungen über die Laufzeit des Vertrages, den Watzke am liebsten nur für ein Jahr verlängern würde. Entschieden trat der Geschäftsführer Spekulationen über wachsende Spannungen entgegen: «Es gibt keine Verhärtungen, sondern großes Vertrauen. Es geht nur noch um Detailfragen.» Rein sportlich gesehen, steht Doll vor einer schweren Aufgabe. Sein Hauptaugenmerk galt der Verbesserung des Deckungsverbandes, der mit Hilfe von Rechtsverteidiger Antonio Rukavina an Stabilität gewinnen soll. Der 2,3 Millionen Euro teure Neuzugang aus Belgrad bekam in Marbella viel Lob. Zudem will Christian Wörns seine schwache Hinrunde vergessen machen. Um befreiter aufspielen zu können, ließ sich der Manndecker vor seiner voraussichtlichen Abschiedstournee eine Klausel aus dem Vertrag streichen, die im Falle von 25 Pflichtspielen die Verlängerung seiner Zusammenarbeit mit dem BVB über das Saisonende hinaus vorsah.
Noch schwieriger als die Gespräche mit Doll verliefen die mit Sebastian Kehl. Liebend gern würde der BVB den nach langer Zwangspause wieder genesenen Nationalspieler halten. Mit tristem Mittelmaß mag der sich aber nicht begnügen. Die Beteuerungen des Geschäftsführers, wonach der BVB von 2009 an - nach dem Abbau einiger Altlasten - wieder mehr Geld in die sportliche Substanz investieren kann, sollen Kehl zur Verlängerung animieren. Der Erfolg hält sich bislang in Grenzen. «Alles ist offen», sagte der Mittelfeldakteur nach den ersten Verhandlungsrunden. (dpa)