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Stielikes Sohn im Koma

08. Jan 2008 10:39, ergänzt 12:13
Uli Stielike
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Die schwere Erkrankung seines Sohnes läßt Uli Stielike keine andere Wahl, als nach Deutschland zurückzukehren. Somit fehlt der Nationaltrainer der Elfenbeinküste seinem Team beim Afrika-Cup.

Ulli Stielike hat Hals über Kopf die Elfenbeinküste verlassen und bangt in Hannover um das Leben seines Sohnes Michael. Der 23-Jährige, der schon länger unter einer Lungenerkrankung leidet, liegt auf der Intensivstation der Medizinischen Hochschule im künstlichen Koma. «Sein Zustand ist zwar stabil, aber sehr kritisch», sagte der hilflose Vater am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Von einem Rücktritt als Fußball-Nationaltrainer der Ivorer, für die am 20. Januar in Ghana der Afrika-Cup beginnt, will Stielike (noch) nichts wissen.

«Es sieht alles andere als gut aus»

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«Ich habe mir bis Ende der Woche Bedenkzeit erbeten und die ist mir vom Verband der Elfenbeinküste auch zugesichert worden», sagte der 53 Jahre alte Ex-Nationalspieler. Sein Pflichtgefühl und sein Arbeitseifer, die er einst auch als Profi von Borussia Mönchengladbach und Real Madrid sowie in 42 Länderspielen für die deutsche Nationalmannschaft zeigte, lassen es wohl nicht zu, den Posten so schnell aufzugeben. «Es sieht alles andere als gut aus», sagte Stielike im nächsten Moment und meint damit sowohl die Verfassung seines Sohnes als auch seine Zukunft als Trainer in dem westafrikanischen Land.

Sein Sohn Michael war in der Nacht von Samstag auf Sonntag in ein künstliches Koma versetzt worden, nachdem er nach Angaben seines Vaters «einen schweren Kollaps» erlitten hatte. Zusammen mit seiner Frau Doris, mit der er auch noch die Kinder Christian und Daniela hat, ist Stielike nun in Hannover. Michael hatte schon mehrere Wochen auf ein Spender-Organ für eine Lungentransplantation gewartet.

Standleitung zum Interimscoach

Stielikes Vertrag läuft am Ende des Afrika-Cups aus. Er hatte die «Elefanten», wie die Spieler der Elfenbeinküste in ihrer Heimat genannt werden, nach der Weltmeisterschaft 2006 übernommen. In Deutschland waren sie unter dem französischen Trainer Henri Michel nach 1:2-Niederlagen gegen Argentinien und die Niederlande sowie eines 3:2-Sieges gegen Serbien & Montenegro in der Vorrunde ausgeschieden. Die Betreuung des Teams um Superstar Didier Drogba vom FC Chelsea für den Afrika-Cup ist inzwischen geregelt: Der Franzose Gerard Gili, Coach der Olympiamannschaft, hat die Aufgabe zumindest vorläufig übernommen und ist auch bei den Tests in Kuwait der verantwortliche Mann. «Wir telefonieren ständig», sagte Stielike.

Der einstige Weltklassespieler Stielike war 1980 Europameister und 1982 Vize-Weltmeister. Sein Trainerkarriere startete er 1989 als Verantwortlicher der Schweizer Nationalmannschaft. Nach dem Rücktritt von Bundestrainer Berti Vogts wurde er dessen glücklosem Nachfolger Erich Ribbeck als Assistent zur Seite gestellt. Seine Karriere beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), wo er auch als Nachwuchscoach tätig war, endete am 20. Juni 2006, als DFB-Sportdirektor Matthias Sammer den Trainerstab neu ordnete. (dpa)

 
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