05. Jan 2008 17:39
Berti Vogts hadert weiter mit der Entwicklung des afrikanischen Fußballs. «Wir bewegen uns nicht mal in langsamen Schritten, sondern allenfalls in Fußbreiten», sagte der Nationaltrainer Nigerias.
Seit März ist er Nationalcoach Nigerias, doch das Geld fließt nicht wie vereinbart auf das Konto. «Einige Gehälter stehen aus. Es wäre nett, wann das Geld pünktlich käme. Auch die Spieler warten Monate darauf, bis ihnen Prämien oder die Auslagen für ihre Flüge zu Länderspielen bezahlt werden», monierte Vogts, der auch schon überlegte, das Handtuch zu werfen. «Aber man liebt Afrika oder man liebt es nicht. Ich liebe Afrika. Trotzdem kann ich nicht sagen, wie lange ich die Nackenschläge noch ertrage. In organisatorischer Hinsicht ist es sicher problematisch, gleichzeitig macht es riesig Spaß mit dem Team, mit Spielern von solcher Qualität zusammenzuarbeiten», sagte Vogts, der einmal im Monat in Nigeria ist.
Vogts sieht die Auswahl Nigerias bei entsprechender Führung gar in der Weltspitze. «Würde Nigerias Fußball vom Deutschen Fußball-Bund geführt, die Mannschaft wäre auf Jahre nicht mehr zu schlagen», sagte Vogts. Vor dessen Amtsantritt als deutscher Nationalcoach im Jahre 1990 hatte Franz Beckenbauer in ähnlichen Worten eine Unschlagbarkeit der deutschen Auswahl in Aussicht gestellt und Vogts damit ein schweres Erbe beschert. (dpa)