Hambüchen zaubert in Peking
28. Nov 2007 14:25, ergänzt 14:42
 |  Fabian Hambüchen | Foto: dpa |
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Beim vorolympischen Turnier in der neuen Olympia-Halle von Peking hat Fabian Hambüchen die Konkurrenz beeindruckt. Der Turn-Weltmeister aus Wetzlar ließ die gesamte Weltelite hinter sich.
Fabian Hambüchen hat bei seinem ersten Auftritt in der Olympia-Stadt Peking seine Stärke demonstriert. Zum Auftakt der vorolympischen Wettbewerbe führte der 20-jährige Hesse das deutsche Turn-Team am Mittwoch mit einer Glanzleistung auf Platz vier und damit ins Mannschafts-Finale am Donnerstag. Vor einer nur spärlichen Kulisse im gigantischen, über 20.000 Zuschauer fassenden National Indoor Stadium, das erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, erwies sich der Wetzlarer als bester Turner im Sechskampf, am Reck sowie am Boden und zog zudem am Barren als Vierter in den Endkampf ein.
Traumnote am Reck
«Den Mehrkampf sollte man nicht überbewerten. Da hier kein Finale ausgetragen wird, hat die Konkurrenz andere Schwerpunkte gesetzt. Für alle war es nach der ganz kurzfristigen Anreise ein ganz schwerer Wettkampf. Am Reck hat Fabian seine Sache perfekt gelöst», meinte Cheftrainer Andreas Hirsch nach der Show des Welt- und Europameisters, der für den Ausgangswert von 6,7 Punkten und eine saubere Ausführung wieder mit einer Traumnote von 15,900 Punkten belohnt wurde und am Ende einen halben Punkt Vorsprung auf seine Konkurrenten hatte.Zudem zog mit dem Berliner Brian Gladow (6.) ein zweiter Deutscher in das Reck-Finale. Robert Weber (Ehmen/7.) und Robert Juckel (Cottbus/8.) fielen am «Königsgerät» der Regelung zum Opfer, dass nur zwei Turner pro Nation den Endkampf erreichen können. Am Boden reichten Hambüchen 15,825 Zähler zum Spitzenplatz. Seinen Sechskampf turnte Hambüchen sicher durch und war mit 91,275 Punkten der mit Abstand stabilste Turner der Konkurrenz. Platz zwei dieser diesmal nur inoffiziellen Wertung ging an den Südkoreaner Yang-Tae Young (90,900) vor dem Chinesen Lu B (90,600).
Im Mannschaft-Klassement dominierte das Team des Gastgebers den Vorkampf (363,625), obwohl es keinen Weltmeister von Stuttgart aufgeboten hatte. Hinter dem Olympia-Favoriten kamen mit Japan und Südkorea weitere Teams aus Asien auf die nächsten Plätze, Deutschland verbuchte 357,500 Zähler und hielt Russen und Rumänen auf Distanz. «Wir haben einige Fehler gemacht, aber auch die Konkurrenz. Jetzt müssen wir die Nacht gut überstehen, damit unsere Turner am Donnerstag im Team-Finale wieder bei Kräften sind», meinte Hirsch.
Auch die Turnerinnen überzeugen
Zuvor hatten auch die deutschen Turnerinnen überzeugt. Marie- Sophie Hindermann aus Tübingen und Anja Brinker aus Herkenrath zogen auf den Rängen 8 (56,725) und 16 (54,850) in den Endkampf der besten Mehrkämpferinnen am Donnerstag ein. «Ich bin total zufrieden mit diesem Auftritt. Hier stellt sich ein Klassefeld vor. Unsere Mädels haben gut mitgehalten», meinte Frauen-Trainerin Ulla Koch.Ihre besten Leistungen brachten die beiden 16-Jährigen an ihrem Spezialgerät, dem Barren: Anja Brinker kämpfte sich als Dritte des Vorkampfes (15,300) sogar in eine Favoritenstellung für das Finale, Hindermann rutsche als Achte noch in den Medaillenkampf. Erst Stunden später erfuhr die Tübingerin bei einem Ausflug zum Sommerpalast von Peking von ihrem Finaleinzug. Zunächst war sie mit 14,875 Punkten auf Platz neun gesetzt worden, dann wurde aber eine außer Konkurrenz turnende Chinesin noch aus dem Finalfeld gestrichen. «Deshalb freue ich mich nun umso mehr, dass ich eine weitere Chance erhalte», meinte die WM-Fünfte, die sich vor einigen Wochen noch einer Knie- Arthroskopie unterzogen hatte. (dpa)