netzeitung.deCortese und Bradl verabschieden sich im Kies

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Sandro Cortese (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Sandro Cortese
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Als Gabor Talmacsi freudetrunken den ersten ungarischen Motorrad-WM-Titel feierte, versorgten Sandro Cortese und Stefan Bradl ihre blutenden Wunden. Das Schlusswochenende verlief für die deutschen Youngster rabenschwarz.

Als Gabor Talmacsi freudetrunken den ersten ungarischen Motorrad-WM-Titel feierte, versorgten Sandro Cortese und Stefan Bradl ihre blutenden Wunden. Mit zwei zeitigen Abflügen im spannendsten der drei WM-Final-Rennen am Sonntag in Valencia sorgten die deutschen Youngster für ein rabenschwarzes Halali einer ansonsten ordentlichen Saison. Zwar blieb ein Podestplatz wieder einmal Illusion, doch die aufsteigende Tendenz gibt Hoffnung für das kommende Jahr, in dem die beiden 17-Jährigen erstmals mit Werksmaterial ausgestattet werden. Sie fahren dann die selben Maschinen wie Weltmeister Talmacsi, dem im letzten Rennen der 125- ccm-Klasse ein zweiter Rang hinter seinem Teamkollegen Hector Faubel (Spanien) zum größten ungarischen Motorrad-Triumph reichte.

In den anderen Klassen war die Entscheidung schon vorzeitig gefallen. In der Viertelliterkategorie wurde der in die MotoGP abwandernde spanische Weltmeister Jorge Lorenzo Siebenter. Der Sieg ging an den Finnen Mika Kallio (KTM). MotoGP-Champion Casey Stoner begnügte sich mit Platz zwei hinter dem Spanier Daniel Pedrosa. Dieser verdrängte mit dem Sieg noch Valentino Rossi von Rang zwei im Gesamtklassement. Der Italiener war trotz dreier Knochenbrüche im rechten Arm gestartet, schied wegen eines Schadens an der Yamaha aber aus.

Finger gebrochen, aber immerhin dran
«Die Drehzahlen haben gesponnen. Wenn ich am Gas drehen wollte, gingen sie in den Keller, deshalb auch der Sturz in der zehnten Runde. Ich weiß noch nicht, was die Ursache war», sagte Cortese. Seine Techniker konnten das nach Auswertung der Computerdaten nicht bestätigen. Damit blieb der angekündigte Angriff des Berkheimers auf den elften WM-Platz erfolglos. Am Ende wurde der Aprilia-Pilot Gesamt-14. Auch Stefan Bradl ereilte ein Sturz, allerdings schon in Runde zwei. Ein einknickendes Vorderrad führte zu dem Crash. «Der Fingernagel ist ab und ich denke, der Finger ist auch gebrochen», meinte der Zahlinger. In der kommenden Saison fährt er im deutschen Kiefer-Team und sollte mit entsprechender Unterstützung ebenso für Podestplätze gut sein wie Cortese.

Dann ist der Favorit aber wieder Talmacsi. Der 26-jährige Ungar - ein früherer Boxer - bestach im Saisonverlauf durch taktisches Geschick, was ihm auch im teilweise dramatischen Finalrennen zu Gute kam. Am Ende entschieden fünf Punkte über den WM-Titel, den der Aprilia-Pilot bereits auf der Piste feierte. Die Strafe, die er für die Mitnahme eines Fans mit ungarischer Flagge zu erwarten hat, dürfte er aber mit Gelassenheit begleichen.

Heidolf muss bangen
In der 250-ccm-Klasse ist die Zukunft von Dirk Heidolf (Hohenstein-Ernstthal) ungewiss. Der Aprilia-Pilot verlässt das Kiefer-Team und möchte in einem neu zu gründenden Sachsen-Stall mit Toni Wirsing fahren. Offen ist, ob er nach den Leistungen der vergangenen Jahre eine internationale Lizenz erhält. Wenn nicht, soll er direkt ins Management des Teams wechseln. In Valencia verabschiedete er sich mit Rang 16. Der Flensburger Joshua Sommer, mit einer Wild Card unterwegs, fuhr trotz einer gebrochenen Hand, musste wegen eines Defektes aber sechs Runden vor dem Ende aufgeben.

In der «Königsklasse» MotoGP wird sich 2008 wahrscheinlich kein Deutscher mit den Besten der Welt messen. Der Bochumer Alexander Hofmann, der im September unfreiwillig seinen Platz im Pramac-Ducati- Team verlassen musste, erklärte in Valencia, dass seine Zukunft wohl in der Superbike-WM liegt. «Es hat menschlich nicht mehr gepasst und ich bin froh, dass alles so beendet wurde», sagte der ehemalige Ducati-Pilot. (dpa)