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Frauen-WM 2011 kommt nach Deutschland

30. Okt 2007 15:12, ergänzt 17:06
Theo Zwanziger (l.) und Sepp Blatter mit der Entscheidungskarte
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Der Fußball-Weltverband hat die Ausrichtung der 6. Frauen-WM 2011 an Deutschland vergeben. «Das Land, die Menschen, die Regierung, der DFB freuen sich auf diese Aufgabe», dankte DFB-Präsident Theo Zwanziger der Fifa für die Entscheidung.

Das deutsche Fußball-Märchen kann weitergehen: Wie erwartet hat die Fifa am Dienstag in Zürich die Ausrichtung der Frauenfußball-WM 2011 an Deutschland vergeben. Der einzig verbliebene Konkurrent, Kanada, hatte das Nachsehen. «Das wird ein tolles Ereignis. Ich denke, dass es für alle Mannschaften, die teilnehmen, ein toller Event wird. Es wird eine tolle Stimmung geben und gut organisiert sein. Nochmals Dank auch an Kanada», so Nationalmannschaftskapitänin Birgit Prinz, die zusammen mit ihrer Teamkollegin Fatmire Bajramaj als Vertreterinnen der frisch gebackenen Weltmeisterelf in Zürich weilte, in einer ersten Reaktion.

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  • «Wir sind stolz und dankbar»

    «Natürlich sind wir sehr stolz und dankbar für diese Auszeichnung, nach der Männer-WM 2006 bereits im Jahr 2011 die Frauen-WM ausrichten zu dürfen«, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger, nachdem Fifa-Boss Sepp Blatter wie schon im Juni 2000 den Zettel mit dem Wort «Deutschland» aus dem Umschlag geholt hatte. »Es ist eine ganz große Ehre für uns. Deutschland, das Land, die Menschen, die Regierung, der DFB freuen sich auf diese Aufgabe. Frauen-Fußball ist eine riesige Entwicklungschance rund um den Erdball. Fußball ist endlich auch für die Mädchen da. Wir versprechen Ihnen, nicht die WM 2006 nachzuahmen, das geht nicht. Wir versuchen, eine Weltmeisterschaft aufzubauen, die von Fairplay, Anerkennung und Respekt geprägt ist. Heute sind wir der Sieger, aber am Ende werden wir alle Sieger sein», so Zwanziger.

    Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich zufrieden über den Ausgang der Wahl. «Ich gratuliere dem DFB, dass es gelungen ist, die WM 2011 nach Deutschland zu holen», erklärte Merkel. «Dies wird eine weitere hervorragende Gelegenheit sein, mit Freunden aus aller Welt ein herrliches Fußball-Fest in Deutschland zu feiern. Ganz besonders freue ich mich auch für unsere frisch gekürten Fußball- Weltmeisterinnen. Ihre sportlich außergewöhnlichen Leistungen werden dadurch eine glanzvolle Bühne vor heimischem Publikum erhalten.»

    Termin steht noch nicht fest

    Als Spielorte der WM, deren genauer Termin noch nicht feststeht, hat der DFB zwölf Städte präsentiert. Dabei ist für das Eröffnungsspiel an Berlin, für das Finale an Frankfurt/Main gedacht. Außerdem soll in Augsburg, Bielefeld, Bochum, Dresden, Essen, Leverkusen, Magdeburg, Mönchengladbach, Sinsheim und Wolfsburg gespielt werden, falls die FIFA die Teilnehmerzahl auf 24 Mannschaften erhöht. Sollte es bei 16 Endrunden-Teilnehmern bleiben, werden voraussichtlich einige Orte gestrichen.

    Der deutschen Nationalmannschaft von Silvia Neid eröffnet sich nun die große Chance, den Titel-Hattrick vor heimischen Fans perfekt zu machen. «Eine WM im eigenen Land bestreiten zu dürfen, ist eine einmalige Angelegenheit. Ich hatte immer ein gutes Bauchgefühl», freute sich die 43-jährige Cheftrainerin. Ihr Kollege Joachim Löw gratulierte: «Ich bin überzeugt, dass die WM wie schon im Sommer 2006 ein großes Fest für alle wird und die tolle Stimmung im ganzen Land der Frauen-Nationalmannschaft helfen wird, den angestrebten Titel-Hattrick tatsächlich zu schaffen.»

    «Großartige Präsentation»

    Großen Anteil an der Vergabe an den DFB hatte wieder einmal Lichtgestalt Franz Beckenbauer, der einer von 21 stimmberechtigten Wahlmännern aus der Fifa-Exekutive war. Zudem hatte der «Kaiser» den Part des Vizechefs der Frauenfußballkommission des Weltfußballverbands übernommen.

    Bei der Präsentation in der Fifa-Zentrale am Mittag waren neben Beckenbauer auch DFB-Präsident Theo Zwanziger und Familienministerin Ursula von der Leyen als Vertreterin der Bundesregierung dabei. «Die Präsentation war großartig. Sie war begeisternd, kraftvoll und hoch professionell», schwärmte von der Leyen. «Es wurden alle Fakten geschickt kombiniert mit den Erinnerungen an die WM 2006 und den Visionen für die Zukunft.» Auch eine Mikrofonpanne bei Moderatorin Monika Lierhaus am Anfang änderte nichts am sympathischen Auftritt der Deutschen. «Das macht gar nichts. Das zeigt, dass die Deutschen nicht perfekt sein müssen», sagte Franz Beckenbauer.

    Emotionale Bilder

    Vor allem die filmischen Porträts über die dreimalige Weltmeisterin Birgit Prinz und Jung-Nationalspielerin Fatmire Bajramaj sowie Bilder von der WM 2006 und dem Gewinn des Frauen-WM durch die DFB-Elf vor rund vier Wochen in China weckten große Emotionen. «Ich hatte eine Gänsehaut», gestand die 30-jährige Prinz.

    Der Beitrag über die aus dem Kosovo stammende Bajramaj, die in einem Videofilm u.a. mit Stöckelschuhen und Kleid einen Ball balancierte, sollte zeigen, wie auch Mädchen mit Migrationshintergrund in Deutschland durch den Sport den sozialen Aufstieg schaffen können. «Fußball war und ist mein Leben. Ohne ihn könnte ich nicht existieren», betonte die 19-Jährige, die in dem Film ihre Geschichte von der Flucht als Vierjährige bis zur Fußball- Weltmeisterin 2007 schilderte. «Dass wir die WM jetzt tatsächlich bekommen haben, ist ein Traum.»
    (nz/dpa)

     
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