29.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Chronologie der Gewalt in Dresden
Immer wieder sind gerade Anhänger von Dynamo Dresden durch ihre teilweise extreme Gewaltbereitschaft aufgefallen. Die Ausschreitungen am Sonntag setzen eine traurige Bilanz fort. .zwischentitel { font: bold 11px verdana, arial, helvetica, sans-serif; ...
20. März 1991: Das Europapokalspiel Dynamo Dresden gegen Roter Stern Belgrad wird beim Stand von 1:1 in der 78. Minute abgebrochen. Aus der Dresdner Fan-Kurve waren Feuerwerkskörper und Wurfgeschosse auf das Spielfeld geworfen worden. Dynamo wird von der UEFA für zwei Europapokal-Spielzeiten gesperrt. Die Sperre gilt noch, da sich der Club nicht mehr für internationale Wettbewerb qualifizieren konnte.
Januar 2007, Bremen: Mitglieder eines Werder-Bremen-Fanklubs feiern im Ostkurvensaal des Weserstadions, als etwa 20 rechte Hooligans sich Zugang verschaffen. Sie prügeln auf die Feiernden ein, ein Mann wird krankenhausreif geschlagen. Der Bremer «Weser-Kurier» rechnet die Täter der rechtsextremen Hooligan-Truppe «Standarte» zu. Die Ermittlungen der Polizei gestalten sich schwierig, weil die Opfer der Tat aus Angst vor den brutalen Schlägern keine Anzeige erstatten. Zeugen schweigen aus dem gleichen Grund. Um überhaupt etwas unternehmen zu können, erstatten die Polizei-Beamten Anzeige.
7. August 1993: Beim Bundesliga-Auftaktspiel zwischen dem 1. FC Lok Leipzig und Dynamo Dresden (3:3) stürmen Hooligans kurz nach Spielbeginn den Gäste-Block. Sitzbänke werden zertrümmert und als Wurfgeschosse eingesetzt. Es entsteht Sachschaden von 215 000 Mark.
13. August 1993:Rund 300 Hooligans liefern sich nach der 0:1- Niederlage des 1. FC Dynamo Dresden im Bundesliga-Spiel gegen den MSV Duisburg in der Dresdner Innenstadt eine Schlacht mit der Polizei. Diese antwortet auf Steinwürfe mit dem Einsatz von Wasserwerfern.
17. Juni 1995: Von Ausschreitungen gewalttätiger Hooligans wird der Bundesliga-Abschied des 1. FC Dynamo Dresden beim 2:2 in Leverkusen überschattet. Als zwei Meter neben Rudi Völler ein «Kanonenschlag» detoniert, wird die Partie unterbrochen. Insgesamt 48 Festnahmen meldet die Polizei.
2. September 2002:Nach dem Regionalliga-Derby zwischen Dresdner SC und Dynamo Dresden kommt es zu Ausschreitungen. Nach Spielende greifen in Stadionnähe 1500 zum Teil vermummte Dynamo-Anhänger 120 Polizisten mit Steinen und Flaschen an. Bilanz: 13 festgenommene Dynamo-Fans und 43 verletzte Polizisten, drei schwer.
21. Februar 2005:Der Karlsruher SC stellt Strafanzeige gegen die Randalierer beim Zweitliga-Spiel gegen Dynamo Dresden (1:1). Trotz starker Sicherheitsvorkehrungen waren aus dem Dresdner Block und später auch von KSC-Fans Feuerwerkskörper abgefeuert worden.
17. Februar 2006:Nach der Zweitliga-Partie Dynamo Dresden bei Eintracht Braunschweig (0:1) kommt es vor dem Stadion zu Ausschreitungen. Etwa 1000 der 3000 mitgereisten Dresdner bewerfen die Polizei mit Steinen und schlagen Autoscheiben ein.
17. September 2006:Beim Regionalligaspiel 1. FC Dynamo Dresden gegen 1. FC Magdeburg (2:1) bewerfen vor der Partie rund 100 Dynamo- Anhänger die mit einem Sonderzug angereisten Gäste-Fans mit Feuerwerkskörpern, Flaschen und mit Fäkalien gefüllten Luftballons. Neun Personen werden festgenommen, acht der 800 eingesetzten Polizeibeamten verletzt.
28. Oktober 2006: Bei schweren Ausschreitungen Dresdner Fans beim Regionalliga-Spiel zwischen Hertha BSC II und Dynamo Dresden (1:1) werden in Berlin 23 Polizisten verletzt, 22 Randalierer festgenommen.
26. Mai 2007: Beim FC St. Pauli kommt es nach dem Regionalligaspiel gegen Dynamo Dresden (2:2) zu Auseinandersetzungen. 20 Personen werden festgenommen. Fans beider Mannschaften bewerfen sich mit Bierflaschen und Steinen.
10. Juni 2007:Unmittelbar nach dem 2:0-Finalsieg von Dynamo Dresden beim FC Erzgebirge Aue II im Landespokal stürmen Dresdner Anhänger den Rasen und prügeln sich mit der Polizei.
28. Oktober 2007: Nach dem Fünftliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden II und dem 1. FC Lok Leipzig (2:0) kommt es zu Ausschreitungen. Zehn Personen, darunter vier Polizisten, werden verletzt, 229 Gewalttäter in Gewahrsam genommen. Rund 1200 Polizisten aus Sachsen, Sachsen- Anhalt sowie Bundespolizisten sind im Einsatz.
(nz)