30.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Fifa-Präsident Sepp Blatter (l.) und Franz Beckenbauer
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Am Dienstag fällt beim Fußball-Weltverband die Entscheidung, wer die Frauen-WM 2011 ausrichten darf. Die deutschen Vertreter sind zuversichtlich, dass es ein «Wiedersehen bei Freunden» geben wird.
Am heutigen Dienstag, kurz nach 15.00 Uhr ist es soweit: Nach einer zweitägigen Exekutiv-Sitzung wird der Präsident des Weltverbandes Fifa, Joseph Blatter, die mit Spannung erwartete Entscheidung verkünden, ob der Deutsche Fußball-Bund (DFB) oder Kanada die 6. Frauen-WM ausrichten darf. Nicht nur DFB-Chef Theo Zwanziger hofft auf die selben Worte wie am 6. Juli 2000, als Blatter sprach: «The winner is Deutschland.»
Ober-Fan MerkelAuch Bundeskanzlerin Angela Merkel drückt die Daumen: «Nach den unvergesslichen Erlebnissen bei der Weltmeisterschaft der Männer im vergangenen Jahr begeistert der Gedanke, erneut eine Fußball-WM in Deutschland zu haben». Es sei «an der Zeit, dass hier endlich eine WM der Frauen stattfindet», betonte Ober-Fan Merkel. «Es würde uns freuen, wieder Fußball-Fans aus allen Teilen der Erde willkommen zu heißen und mit ihnen ein völkerverbindendes und freudiges Fest zu feiern.» Nicht zuletzt wegen der erfolgreichen WM 2006 hat der DFB seine Bewerbung unter das Motto «Wiedersehen bei Freunden - Welcome back» gestellt.
Die Verantwortlichen des DFB um Zwanziger und Fifa-Exekutivmitglied Franz Beckenbauer sowie zahlreiche Politiker machten ihren Einfluss in der internationalen Fußball-Familie geltend, um die Frauen-WM erstmals ins Land des zweimaligen Weltmeisters zu holen. Bei der viertelstündigen Präsentation der deutschen Bewerbung am Dienstagvormittag in der Fifa-Zentrale ist die Bundesregierung durch Familienministerin Ursula von der Leyen vertreten. Merkel wird per Video eine Botschaft senden. Kanada darf zuvor seine Bewerbung vorstellen.
Beckenbauer sieht Chancen sogar «bei 51 Prozent»«Kanada ist ein guter Mitbewerber. Dort wurde der Frauenfußball zuletzt sehr gefördert. Davor haben wir Respekt», so Zwanziger, der vor Überheblichkeit warnt: «Ich habe an der allgemeinen Euphorie nach dem WM-Titel nicht teilgenommen. In den letzten Wochen haben mir einige Artikel nicht gefallen, weil zum Teil so getan wurde, als sei alles schon gelaufen. Aber es ist noch nicht gelaufen.» Auch Beckenbauer will nicht zu früh feiern: «Unsere Chancen stehen bei 50 Prozent, vielleicht sind es auch 51.»
Grundsätzlich aber ist der Optimismus groß im deutschen Lager. Man habe «alles getan», betonte Zwanziger. «Wir haben eine gute Chance. Vielen ist die WM 2006 noch in bester Erinnerung, die tolle Atmosphäre, die schönen Stadien, das fröhliche Miteinander der Fans. Und unser Vorteil ist: Wir sind der einzige europäische Bewerber. Ich denke, Europa ist jetzt einfach an der Reihe.» Nur 1995 (Schweden) war ein europäisches Land Ausrichter der Frauen-WM. 1991 und 2007 hieß der Gastgeber China. Zwischenzeitlich fanden die Spiele zwei Mal (1999 und 2003) in den USA statt. (nz/dpa)