Kiel gewinnt erstmals die Champions Trophy
21.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Unterdessen hat HSV-Coach Martin Schwalb erneut den engen Spielplan der Top-Teams der Bundesliga angeprangert und die Gründung einer Spielergewerkschaft gefordert. «Das Medieninteresse ist riesig und wir präsentieren nur müde Krieger», polterte der frühere Nationalspieler. Anstatt der bei der Gründung der Interessenvereinigung «Group Club Handball» vor knapp einem Jahr angepeilten Entzerrung des Terminkalenders «werden es grundsätzlich immer mehr Spiele. Die Belastung und die Verletzungsgefahr der Athleten steigt. Das ist für mich nicht mehr tragbar», sagte Schwalb.
Die Kieler, die gerade mal zehn Spieler aufbieten konnten, zeigten wie schon beim knappen 31:30-Halbfinalsieg gegen den HSV eine starke Leistung. Obwohl die Spieler erneut 60 Minuten ohne Pause gefordert waren, gingen sie ein hohes Tempo (12:10/14.). Aber einige fragwürdige Entscheidungen der russischen Schiedsrichter Poladenkow/Schernega brachten die von ihren Fans frenetisch angefeuerten Gastgeber wieder auf Augenhöhe (13:13/20). Doch der THW bewies davon unbeeindruckt seine Extraklasse und nutzte seine Chancen eiskalt (22:16/29.).
Auch in den zweiten 30 Minuten wirkten die «Zebras» abgezockt und mannschaftlich geschlossen. Die Abwehr mit Schlussmann Thierry Omeyer im Rücken ließ nur bedingt die gegnerischen Offensivaktionen zu und im Abschluss waren die Mannen von Trainer Zornimir Serdarusic höchst effektiv (30:21/40.). Bester Werfer war Vid Kavticnik mit zehn Toren.
Im Spiel um Platz drei konnte man den Eindruck gewinnen, dass beide Teams sich im Vorfeld darauf verständigt hätten, sich nicht weh zu tun, um so angesichts der Terminhatz mit Bundesliga, Europapokal und DHB-Pokal sowie Nationalmannschaft Verletzungen zu vermeiden. Die Europapokalsieger leisteten sich viele Fehler und ließen zumeist auch den letzten Willen vermissen. «Wir freuen uns über Platz drei. Aber wir sind froh, dass wir wieder nach Hause kommen», sagte Schwalb in Anspielung auf das ungeliebte und sportlich relativ wertlose Turnier. Auch sein Kollege Bogdan Wenta, dessen Team im Halbfinale gegen Celje mit 26:33 verlor, war froh, «dass meinen Spielern nichts passiert ist». (dpa)

