Sturm will es gegen Griffin noch mal wissen
Das dürfte vielen der fünf Millionen TV-Zuschauern (19,6 Prozent Marktanteil), die die Live-Übertragung nach ZDF-Angaben sahen, ebenso ergangen sein. Vom ersten Gong an teilten beide Kontrahenten kräftig aus. Sturm punktete mit seinem gewohnt starken linken Jab. Der stürmisch angreifende Amerikaner fand mit seinen Haken immer wieder Lücken in der zu starren Doppeldeckung des Deutschen. «Felix hat Griffin stark gemacht, weil er nichts gemacht hat», kritisierte Universum-Promoter Klaus-Peter Kohl. So lag sein Mann schon nach drei Runden auf den Punktzetteln hinten und musste eine ungeheure Energieleistung aufbringen, um wenigstens einen der Richter noch auf seine Seite zu bekommen.
Wie Sturm fühlte sich auch Griffin als Sieger. «Das war sehr, sehr eng. Ich habe gezeigt, was ich kann», resümierte der enttäuschte Pflichtherausforderer, der seiner Rolle als Nummer eins der WBA- Rangliste gerecht wurde. Der 31 Jahre alte Amerikaner und sein Umfeld übten sich danach in Artigkeiten, um ein zweites Mal zu einem lukrativen Auftritt in der boomenden deutschen Box-Szene zu kommen. «Ich komme gern zurück. Ich fühle mich hier wie zu Hause. Bis bald», meinte Griffin.
Die Einladung dazu hatte Felix Sturm schon im Ring ausgesprochen, als er seinem Gegner noch vor der Urteilsverkündung einen Rückkampf anbot. «Solche Kämpfe sind gut für das Boxen. Auch ich brauche das für mich selbst», sagte der alte und neue Weltmeister.
An Kohl ist es nun, Nägel mit Köpfen zu machen. Er ist durchaus willens dazu: «Es gibt Kämpfe, die nach einem Rematch schreien. Das ist so einer.» Festlegen lassen wollte sich der gewiefte Geschäftsmann allerdings nicht, weder auf den Termin noch auf den Ort. Da ist viel Geld im Spiel, weshalb auch das vom großen Don King gesteuerte Griffin-Management schon einmal eigene Ambitionen anmeldete. (nz/dpa)

