Europapokal-Los schockt SC Magdeburg
09. Okt 2007 13:57, ergänzt 14:49
 |  Stefan Kretzschmar | Foto: dpa |
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«Das ist eine Katastrophe», sagte Magdeburgs Sportdirektor Stefan Kretzschmar nach der Auslosung in Wien: Die Magdeburger müssen im Europapokal die weiteste Reise antreten, die überhaupt möglich war.
Deutschlands Handballer dürfen wieder auf einen Durchmarsch im Europapokal hoffen. Das nicht in der Champions League spielende Bundesliga-Quintett zog am Dienstag in Wien durchweg lösbare Aufgaben. Im Europapokal der Pokalsieger empfangen die Rhein- Neckar Löwen am 17./18. November den serbischen Vertreter Partizan Belgrad, der SC Magdeburg hat das russische Team Sungul Tscheljabinsk zu Gast. Ebenfalls zuerst in heimischer Halle spielen im EHF-Cup der TBV Lemgo gegen Aarhus GF und die HSG Nordhorn gegen Roter Stern Belgrad, während der TV Großwallstadt das entscheidende Rückspiel am 24./25. November gegen Portowick Juschni aus der Ukraine in eigener Halle bestreiten kann.
Bei den Frauen kommt es im Challenge Cup zum internen deutschen Duell DJK/MJC Trier gegen den VfL Oldenburg. Im Cup der Pokalsieger empfängt der HC Leipzig den polnischen Vertreter MKS Piotrcovia. Ein schweres Los erwischte Bayer Leverkusen im EHF-Cup. Der Meisterschaftsfinalist der vergangenen Saison trifft auf Dynamo Wolgograd.«Eine Katastrophe», schimpfte Magdeburgs Sportdirektor Stefan Kretzschmar, nachdem das Los Tscheljabinsk gezogen war. «Ohne überheblich zu sein: Das Problem wird nicht der Gegner sein, sondern die Reise. Wir werden prüfen, ob wir das Heimrecht abkaufen können, aber es muss auch der finanzielle Rahmen hergeben», sagte Kretzschmar.
Auch bei den Rhein-Neckar Löwen hinterließ das Los Partizan Belgrad nicht unbedingt Freudenstimmung. «Das ist gleich zu Beginn eine ganz harte Nuss, aber wenn man weit kommen will, dann muss man auch diese Hürde nehmen», sagte Geschäftsführer Thorsten Storm. Trainer Juri Schewzow ergänzte: «Ein Club mit großer Tradition, ich muss mich erstmal genau über deren Kader informieren.»
Meisinger findet Los «hammerhart»
Lemgos Trainer Peter Meisinger hat vor Aarhus GF Respekt. «Einen dänischen Vertreter als ersten Gegner zu bekommen, das ist hammerhart.» «Lösbar, aber nicht einfach», bemerkte Nordhorns Trainer Ola Lindgren zum Gegner Roter Stern Belgrad und fuhr fort: «Serbien hat traditionell immer gute Mannschaften, aber konkret weiß ich nichts über die Qualität dieses Gegners.» Kreisläufer Rastko Stojkovic dagegen jubelte: «Ein Spiel in meiner Heimatstadt war mein Wunsch.» Großwallstadts Trainer Michael Roth sprach vom Schlimmsten, was passieren konnte. «Juschni ist ein sehr schwerer Gegner. Ich werde mir in jedem Fall Tipps von HSV-Trainer Martin Schwalb holen, der diesen Kontrahenten vergangene Saison bezwungen hat.»Trainerin Renate Wolf von Bayer Leverkusen sprach über Dynamo Wolgograd von einem «Hammerlos». «Für die dritte Runde hatte ich mir erneut einen leichten Gegner und aus finanziellen Gründen eine nicht so weite Reise gewünscht», sagte Wolf, die erneut ihr Unverständnis zum Ausdruck brachte, dass das Bayer-Team von der Internationalen Handball-Föderation nicht für den EHF-Pokal gesetzt worden ist. «Immerhin haben wir in der letzten Saison in diesem Wettbewerb das Halbfinale erreicht», betonte Wolf.
Leipzigs Manager Kay-Sven Hähner zeigte sich zufrieden mit dem Losergebnis Piotrcovia: «Auch wenn es einer der stärkeren Gegner im Topf war, freuen wir uns, dass die Reisestrapazen nicht ganz so heftig werden.» Wenig Reisestress im Challenge-Cup haben dagegen die DJK/MJC Trier und der VfL Oldenburg, die ein internes Liga-Duell ausspielen. «Schade, dass in der ersten internationalen Runde beide deutsche Teams aufeinander treffen und somit nicht all zu viel für die Gesamtwertung der Liga tun können», sagte Triers Trainer Michal Lukacin, der das erste Duell in der Bundesliga gegen Oldenburg gewann. (dpa)