«Es war wie gestern», berichtete Ehning: «Bis dahin gab es keine Anzeichen dafür, und dann bleibt sie stehen. Es gab im Vorfeld keine Warnung, weder im Trainingslager noch in der Vorbereitung.» Am Freitag in der entscheidenden Runde darf Ehning laut Reglement erneut starten. «Ich möchte nicht, aber ich muss es für die Mannschaft versuchen», sagte der 33 Jahre alte Reiter.Fassungslos reagierten die Verantwortlichen. «Erst geht sie wie eine Königin, und dann so etwas. Da kann selbst so ein Weltklasse- Reiter wie Marcus nichts machen», kommentierte Hanfried Haring, Generalsekretär des deutschen Reitverbandes FN. «Die ist so blockiert», sagte Bundestrainer Kurt Gravemeier. Er will auf jeden Fall, dass Küchengirl trotz des erneuten Blackouts am Freitag startet: «Sie darf dafür ja nicht belohnt werden.» Deftiger drückte es der dreimalige Europameister Paul Schockemöhle aus: «Die blöde Kuh hätte er schon in Aachen zur Ordnung rufen müssen.» Bei der WM in Aachen hatte die Stute ebenfalls im Nationenpreis verweigert.
Ehnings Kollegen machten es besser. «Das war sehr, sehr souverän», erklärte Ahlmann zu seinem fehlerfreien Ritt mit Cöster. Mitfühlend äußerte er sich über Ehning: «Er hat im Moment keine Chance, er ist in einer beschissenen Situation.» Eine Erklärung fand er wie seine Mannschaftskameraden nicht: «Wir sind alle sprachlos.»
«Das macht natürlich Druck», gab die ebenfalls fehlerfreie Michaels-Beerbaum zu. «Aber wir kämpfen für ihn mit.» Das werden sie auch am Freitag müssen, denn mit kurzfristiger Besserung ist bei der sensiblen Stute Küchengirl kaum zu rechnen. «Das ist vorbei, das geht bestimmt nicht noch mal», sagte der ehemalige Team-Europameister Markus Beerbaum. «Die wird wieder stehen bleiben.» (dpa)