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«Ethischer Pass» soll Radsport retten

28. Jul 2007 15:22
Die Dopingkontrollen für Radsportler werden auch künftig weiter verschärft.
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Der Veranstalter der Tour de France macht dem Radsport-Weltverband massive Vorwürfe. Nicht nur der Rückzug von ARD und ZDF hätte vermieden werden können, so Tour-Präsident Clerc.

Die Tour de France hat der Spitze des Welt- Radsportverbandes UCI um den Iren Pat McQuaid Unfähigkeit im Kampf gegen Doping vorgeworfen. «Der UCI fehlen Transparenz und Professionalität, sie ist zutiefst gewissenlos und hat den Erfolg der Tour untergraben», sagte Tour-Präsident Patrice Clerc am Samstag am Start der 19. Etappe in Cognac. Bis Ende Oktober will die Tour mit Teams und Sponsoren, die sich dem Antidoping-Kampf verschrieben hätten, die Grundlagen für eine «Erneuerung des Radsports» legen.

Relevante Daten für Dopingkontrollen

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Geplant ist ein so genannter «ethischer Pass» für Radprofis. Darin sollen alle für die Doping-Kontrollen relevanten Gesundheitsdaten enthalten sein. Das Dokument will die Tour-Organisation für die Teilnahme an allen von ihr organisierten Rennen fordern, wie die Eintagesklassiker Paris-Roubaix oder Lüttich-Bastogne-Lüttich. Aktuelle Gerüchte über einen neuen Dopingfall bei der 94. Frankreich- Rundfahrt wies Tour-Chef Christian Prudhomme am Samstag zurück.

In einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» hatte Prudhomme erklärt, die Tour breche mit der UCI als Organisation. Am Samstag forderte Clerc einen Rücktritt der UCI-Spitze. «Wir können der UCI nicht die Führung bei einer Erneuerung des Radsports überlassen», sagte der Chef der Tourorganisation Amaury Sports.

Unabhängigkeit angestrebt

Die UCI sei für die beiden Doping-Skandale Patrik Sinkewitz und Michael Rasmussen mitverantwortlich, die während der Tour bekannt wurden, mit dem Rennen aber nichts zu tun hätten. «Wir wollen uns von diesem System unabhängig machen. Ein neues Modell kann nur unabhängig von der UCI funktionieren», sagte Clerc. Am 25. Oktober stellt die Tour in Paris die Strecke für 2008 vor, die im kommenden Jahr in Brest startet.

Der Rückzug von ARD und ZDF aus der Live-Berichterstattung hätte vermieden werden können, wenn die UCI den Dopingfall Sinkewitz und den Betrug von Rasmussen rechtzeitig vor der Tour bekannt gegeben hätten, betonte der Tour-Präsident. Sinkewitz war bei einem Training in den Pyrenäen am 8. Juni positiv getestet worden. Das Ergebnis der A-Probe war am 18. Juli während der Tour veröffentlicht worden. Der Hesse war daraufhin von seinem Team T-Mobile suspendiert worden.

Rasmussen Startberechtigung fraglich

Rasmussen hatte seinen Trainingsort verschleiert. Er war deswegen von der UCI mit zwei Verweisen sanktioniert worden. Nach Ansicht der Tour hätte der Däne bei richtiger Anwendung der UCI-Bestimmungen nicht starten dürfen. Rasmussen, der über acht Etappen das Gelbe Trikot getragen hatte, war wegen der falschen Angaben in der Nacht zum Donnerstag von seinem niederländischen Team Rabobank entlassen worden.

An den Doping-Fällen der ausgeschlossenen Cristian Moreni (Italien/Cofidis) und Alexander Winokurow (Kasachstan/Astana) seien Fahrer und Ärzte schuld, sagte Clerc. Er sei überzeugt, dass die meisten Fahrer verantwortungsvoll handeln. «Die Tour ist schwer gestürzt, hat sich schwer verletzt, aber ich hoffe, dass dies ein Wendpunkt für den Sport ist», sagte Clerc einen Tag vor dem Finale auf den Champs-Élysées in Paris. (Esteban Engel und Andreas Zellmer, dpa)

 
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