28. Jul 2007 12:26
Andreas Klöden ist nach den jüngsten Tour-Skandalen am Boden zerstört. Der inzwischen abgereiste Rad-Profi fürchtet sich vor dem Gefängnis – und glaubt an dubiose Machenschaften bei der Frankreich-Rundfahrt.
Andreas Klöden glaubt, dass bei einigen der jüngsten positiven Dopingproben im Radsport nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. «Mir kommt einiges komisch vor. Winokurow soll mit Fremdblut gedopt haben. Er weiß doch, dass er kontrolliert wird. Das ist genauso, als wenn ein Blitzer in der 80er-Zone steht und man fährt mit 150 km/h durch», sagte Klöden der «Bild»-Zeitung.Der deutsche Radprofi, der beim kasachischen Team Astana unter Vertrag steht, ist mit seiner Mannschaft vorzeitig von der Tour de France abgereist, nachdem Team-Kapitän Alexander Winokurow Fremdblut-Doping nachgewiesen worden war.
Ungereimtheiten könnte es laut Klöden auch beim positiv getesteten Deutschen Matthias Kessler gegeben haben: «Er hat einen noch nie gemessenen Testosteronwert. Und das zwischen zwei Rennen, bei denen er auf Sieg fährt und mit Kontrollen rechnen muss. So dumm ist doch keiner.» Eine Erklärung für die positiven Befunde hat er dennoch: «Ich weiß, es klingt abenteuerlich. Im Radsport kämpfen UCI (Anmerk.: Rad-Weltverband) und die ASO (Tour-Organisatoren) um die Tour. Es werden Intrigen gesponnen, jeder wünscht dem anderen das Schlechteste. Es geht um viel Geld. Was ist, wenn manipuliert wird, um alles kaputt zu machen, um dann die Reste zu übernehmen?»Durch das geplante Anti-Doping-Gesetz in Deutschland könnte auf die Radprofis bei positiven Dopingbefunden künftig eine noch härtere Strafe warten, als eine Geldstrafe und eine Sperre. «Ich befürchte, der Sport wird kriminalisiert, man soll ins Gefängnis wandern», so Klöden: «Was ist, wenn einer mir etwas Verbotenes über den Salat kippt? Plötzlich bin ich positiv und wandere in den Knast. Das will ich nicht, ich habe Familie.» (nz)