netzeitung.deLobinger erlebt Desaster bei Titelkämpfen

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Tim Lobinger (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Tim Lobinger
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Fünf Wochen vor WM-Beginn haben nur wenige deutsche Leichtathleten bei den nationalen Meisterschaften überzeugt. Katastrophal lief es bei Stabhochspringer Tim Lobinger.

Die deutschen Leichtathleten haben bei den Titelkämpfen in der Erfurter Wetterlotterie Dienst nach Vorschrift geleistet, bei den Weltmeisterschaften soll in fünf Wochen in Osaka eine erfolgreiche Kür folgen. «Hier hat sich im Gegensatz zu früheren Meisterschaften gezeigt, dass viele Athleten die Norm schon hatten und nicht mehr punkten mussten», erklärte Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), die eher durchschnittlichen Leistungen im schmucken Steigerwaldstadion.

Dietzsch' Meisterstück
Punkten konnten bei der entscheidenden WM-Qualifikation vor allem die starken Frauen, wobei Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch am sonnigen Sonntag ein doppeltes Meisterstück glückte: Die Grande Dame vom SC Neubrandenburg feierte mit 62,83 Metern ganz überlegen ihren zehnten Titel seit 1997. Für ihre Hammer werfende Kollegin Betty Heidler war es der dritte Streich in Serie: Die Frankfurterin steigerte sich im vierten Versuch auf glänzende 74,94 Meter und verfehlte ihren deutschen Rekord nur um 1,61 Meter.

«Dass die Mannschaft insgesamt verjüngt und trotzdem stärker geworden ist, das ist klar», sagte Jürgen Mallow, Leitender Bundestrainer des DLV, der mit rund 70 Athleten zum Weltchampionat nach Fernost reisen will. Nominiert wird am Montag.

Lichtblick Obergföll
Bei Regen, Blitz und Donner hatte Speerwurf- Europarekordlerin Christina Obergföll am Vortag für den einzigen Lichtblick gesorgt: Mit ganz starken 66,59 Metern feierte die Offenburgerin ihren ersten Meistertitel - nur die 25-Jährige selbst hat im WM-Jahr schon weiter geworfen. «Nachdem ich hier 66,59 bei Regen geworfen habe, kann mir in Osaka nichts mehr passieren. Dies alles macht mich selbstbewusst und stark», sagte die Vize-Weltmeisterin, die bei der WM wieder die 70 Meter und eine Medaille anpeilt. «Von Gold will ich allerdings noch nicht reden, sonst sind bei Silber nur alle enttäuscht.»

Trotz eines «Salto nullo» hat Altmeister Tim Lobinger wieder einmal den Sprung zur WM geschafft. Der 34 Jahre alte Vize-Europameister im Stabhochsprung scheiterte drei Mal an seiner Anfangshöhe von 5,50 Meter - damit war der Weg frei für Danny Ecker, der einen Tag nach seinem 30. Geburtstag wie Björn Otto (Uerdingen/Dormagen) 5,70 Meter meisterte. «Drei ungültige Versuche bei der Einstiegshöhe - das ist mir bei deutschen Meisterschaften noch nie passiert. Das ist ein riesiges Desaster», sagte Lobinger.

Zufriedener Ecker
Ecker hingegen war zufrieden. «Es hat heute funktioniert», sagte er 19 Stunden nach dem am Samstag wegen des Dauerregens abgebrochenen Wettbewerb. «Ich denke, dass ich die 5,90 drauf habe und damit in Osaka zu einer Medaille springen kann.» Zur WM werden Europacup-Sieger Lobinger, Ecker und Otto fahren.

10.000-Meter-Europameister Jan Fitschen nutzte das 1500-Meter- Rennen als Formtest und wurde in 3:47,40 Minuten Sechster. Der Wattenscheider will - mit einer Sondergenehmigung des DLV - am nächsten Samstag im belgischen Heusden die WM-Norm über 5000 Meter doch noch erfüllen. Ein weiterer früherer Vorläufer des DLV hinkte nur hinterher: Olympiasieger Nils Schumann kam über 800 Meter zwar ins Finale - allerdings als Vorlauf-Zweiter in schwachen 1:51,06 Minuten. Dafür überzeugte Weitsprung-Sieger Christian Reif aus Ludwigshafen mit persönlicher Bestleistung von 8,08 Meter. (Ralf Jarkowski und Andreas Schirmer, dpa)