19. Jul 2007 12:46
Jens Voigt hat den ARD- und ZDF-Rückzug von der Tour de France scharf kritisiert. «Das ist ja wie früher in der DDR», so der Interessenvertreter der Radprofis.
«Wir Gebührenzahler» seien «ja schließlich die Arbeitgeber des Fernsehens. Es sollte doch jedem selbst überlassen bleiben, ob er die Tour sehen will oder nicht. Warum ist das Fernsehen nicht rausgegangen, als Ben Johnson bei den Olympischen Spielen positiv war?», fragte der 35-jährige Profi des dänischen CSC-Teams, der in seiner Karriere zwei Tour-Etappen (2001 und 2006) gewann und zwei Mal das Gelbe Trikot trug.Laut Voigt hat der Fall Sinkewitz nicht direkt mit der Tour de France zu tun: «Die Kontrolle war doch am 8. Juni, einen Monat vor dem Tourstart.» Ein Team wie T-Mobile unternehme alles, um Doping im Team auszuschließen, aber es könne «auch nicht jeden einzelnen vor sich selbst schützen», sagte Voigt weiter. Seinen Ausreißversuch auf der 10. Tour-Etappe von Tallard nach Marseille, der für den in Berlin lebenden Profi am Vortag mit einem fünften Platz endete, bekamen die ARD-Zuschauer wegen des vollzogenen Boykotts des Senders bereits nicht mehr mit.
«Der Bildschirm in Deutschland bleibt schwarz», titelte am Donnerstag die «L'Équipe», die ausschließlich kritische Kommentare von Verantwortlichen und Fahrern zum Fernseh-Ausstieg der deutschen Sender veröffentlichte. Auch der Präsident der Tour-Organisation ASO, Patrice Clerc, hatte die ARD und ZDF kritisiert: «Damit wird die Tour bestraft, aber wir sind die Falschen.» (dpa)