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Wie die Medien mit der Tour umgehen

07. Jul 2007 12:27, ergänzt 14:52
Berichterstattung vom Pharmakologen-Kongress Tour de France
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Das Dauerthema Doping schlägt sich auch im Umgang der Medien mit der Tour de France nieder. Es gibt radikale Lösungen, aber auch Kompromisse.

Die fortwährenden Dopingskandale im Radsport schlagen sich auch in der Berichterstattung der Medien von der Tour de France wieder. Am konsequentesten agiert die «Berliner Zeitung», welche das Rennen nur mit einer täglichen Kolumne begleiten wird. Eine klassische Berichterstattung über die sportlichen Aspekte der Frankreich-Rundfahrt wird es nicht geben. «Für das, was sich Radsport nennt, wäre ein täglicher Gerichtsreport die angemessene Form», heißt es in einem Beitrag zu diesem Thema. Und: «Wer in Gelb fährt, ist völlig unerheblich.»

Viele Kompromisse

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Da aber «Ausblenden» auch kein journalistisches Kriterium sei, habe sich die «Berliner Zeitung» für einen Kompromiss entschieden - die tägliche Kolumne in Form eines Tagebuches. Themen sind dann einzig und allein «die Tour und die Drogen, der Radsport und die organisierte Kriminalität». Die Zeitung ist seit 1997 Stammgast bei der Tour de France und wird auch in diesem Jahr einen Berichterstatter vor Ort haben.

Ähnlich, wenngleich in abgeschwächter Form reagiert die «Süddeutsche Zeitung». Auch dort war ein völliger Boykott des größten und bekanntesten Radrennens der Welt das Diskussionsthema in der Sportredaktion. In einem Samstags-Kommentar schreibt SZ-Chefredakteur Hans-Werner Kilz: «Die SZ Sportredaktion hat erwogen, die Tour in diesem Jahr zu ignorieren… lediglich die Ergebniszeilen zu veröffentlichen. Gründe dafür gab es genug.» Nun schickt das Münchner Blatt doch seinen Reporter Andreas Burkert nach Frankreich. «Weil die Sportredaktion in der Doping-Berichterstattung seit zwei Jahrzehnten Maßstäbe gesetzt hat», wie Kilz schreibt. Burkert werde jedoch nichts beschönigen und nichts weglassen.

Von einem besonderen Umgang der zweiten großen deutschen Tageszeitung, der FAZ, mit dem Radrennen ist nichts zu vernehmen gewesen.

Die Netzeitung wird ihre Berichterstattung auf ein Minimum begrenzen, so entfallen Fahrerporträts, die Vorstellung der Teams und der Serviceteil wie im noch im vergangenen Jahr. Lediglich über die Etappenverläufe wird kurz berichtet. Auch kritische Hintergründe sollen je nach Entwicklung geliefert werden.

Schäuble hat die Lust verloren

Bei den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern war ein Ausstieg aus der Tour-Berichterstattung allerdings ein großes Thema. Von der Frankreich-Rundfahrt werden die Anstalten berichten: zwei Stunden täglich soll das Renngeschehen zum Beispiel beim ZDF gezeigt werden, eingebettet in ausführliche Berichterstattung über den Sportbetrug. Laut einem «Bild»-Bericht war der Fernsehrat des Zweiten dafür, die Frankreich-Runde nicht zu übertragen. Intendant Markus Schächter entschied anders. Unabhängig davon ist für die Sender ein Ausstieg denkbar, sollte Doping auch diese Tour überschatten.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat seine Freude an der Tour de France komplett verloren: «Ich habe keine Lust mehr auf die Tour de France», sagte er im «Tagesspiegel». «Inzwischen ist mir die Freude genommen, weil man nicht mehr glauben mag, dass es noch mit rechten Dingen zugeht.» (nz)

 
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