06.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Meredith Michaels-Beerbaum
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Den deutschen Springreitern ist die Wiedergutmachung für die missratene WM geglückt. Das deutsche Quartett triumphierte beim CHIO in Aachen.
Die Feier begann bereits vorzeitig: Beim Jubiläums- Einsatz von Ludger Beerbaum ist den deutschen Springreitern die Revanche für die missglückte Weltmeisterschaft eindrucksvoll geglückt. Das Gastgeber-Team gewann am Donnerstag den Nationenpreis beim CHIO in Aachen mit einer starken Leistung vor der Schweiz und Schweden. Besonders glücklich war Beerbaum, der bei seinem 100. Nationenpreis in der ersten Runde im Sattel von Goldfever ohne Abwurf blieb und sich so für den Großen Preis am Sonntag qualifizierte. Zuvor hatte Isabell Werth den Sieg des deutschen Dressur-Teams vor den Niederlanden mit einer glänzenden Vorstellung gerettet.
Glänzendes QuartettDie deutsche Equipe stand nach dem enttäuschenden dritten Platz bei der WM enorm unter Druck, behielt aber die Nerven. Beerbaum musste als letzter Reiter des zweiten Durchgangs gar nicht mehr in den Parcours. «Das ist eine tolle Leistung», lobte Bundestrainer Kurt Gravemeier. «Das ist ein sehr ausgeglichenes Team.»
Schon in der ersten der beiden schweren Runden glänzte das Quartett: Christian Ahlmann (Marl) mit Cöster, Marcus Ehning (Borken) mit Küchengirl und Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) mit Shutterfly blieben ohne Abwurf. Und auch Ludger Beerbaum erlebte einen tollen Jubiläums-Auftritt, ritt mit Goldfever bei seinem 100. Einsatz in der Nationalmannschaft glänzend. «Für mich ist das natürlich kein normaler Nationenpreis», sagte Beerbaum. Zu seinem fehlerfreien Ritt meinte er: «Ich hatte nicht mehr so einen Druck, meine Kollegen haben ja gut vorgelegt.»
«Kein langer Schatten»Ein ganz besonderer Abend war es auch für Marcus Ehning, der bei der Weltmeisterschaft mit Küchengirl ein Debakel erlebt hatte. Doch trotz schwacher WM-Auftritte mit Verweigerung und Beinahe-Stürzen im Sattel der sensiblen Stute zeigte der zweimalige Weltcup-Sieger eine tadellose Vorstellung und hatte im zweiten Umlauf mit einem Abwurf Pech. «Das war sehr gleichmäßig und sehr flüssig», kommentierte Ehning. Mit Blick auf die Probleme bei der WM sagte er: «Für mich war das kein langer Schatten. Das kann man nicht ganz vergessen, aber das gehört auch dazu.» Besonders stark war Ahlmann, der mit Cöster auch in der zweiten Runde fehlerfrei blieb. Gleiches galt für Michaels- Beerbaum, die mit Shutterfly makellos ritt.
Knapp sechs Stunden zuvor hatten die deutschen Dressurreiter dank Isabell Werth ihre EM-Generalprobe gewonnen. Die Gastgeber-Mannschaft siegte vor dem Team der Niederlande. Die deutschen Fans mussten jedoch bis zum letzten Ritt zittern, als Doppel-Weltmeisterin Werth mit einer Gala-Vorstellung im Sattel von Satchmo den Erfolg sicher stellte. Bundestrainer Holger Schmezer kommentierte lachend: «Wer räumt jetzt den Felsen weg, der mir vom Herzen gefallen ist?»
Die 37 Jahre alte Reiterin aus Rheinberg behielt wieder einmal die Nerven, obwohl das deutsche Team vor ihrem Ritt noch klar hinten gelegen hatte. «Das war doch super», sagte die Reiterin. «Dass er unter Druck so geht, ist doch bezeichnend», lobte sie ihren Wallach. «Ich bin über-, über-, überzufrieden. Es war einfach alles gelungen.» Schmezer lobte sie überschwänglich: «Je mehr Druck sie hat, desto stärker reitet sie.» (Michael Rossmann, dpa)