01.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die Alinghi-Crew muss sich in Geduld üben.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Drei «Matchbälle» liegen für den Titelverteidiger beim America's Cup bereit, doch der Wind spielt einmal mehr nicht mit: Vor dem großen Triumph muss sich die Crew der Schweizer Yacht Alinghi in Geduld üben.
Die Champagnerflaschen bleiben im Kühlschrank, die große Schweizer Party ist verschoben, denn das siebte Rennen im America's Cup wurde am Sonntag vertagt. Wegen leichter drehender Winde musste Wettfahrtleiter Peter Reggio den Start der möglicherweise schon entscheidenden Begegnung zwischen Titelverteidiger Alinghi und Herausforderer Team New Zealand vor Valencia absagen. «Wir wollten gerne segeln, aber der Seewind hat den Kampf heute verloren», sagte Alinghis Sportdirektor Jochen Schümann über die widrigen Bedingungen auf Kurs Romeo in der Mittelmeer-Bucht, die von tausenden Zuschauern gesäumt wurde.
«Drei Matchbälle»Mit dem Stand von 4:2 gingen beide Mannschaften unverrichteter Dinge in den für Montag festgesetzten Ruhetag, bevor ihr Duell am Dienstag um 15.00 Uhr fortgesetzt wird. Damit ging auch Schümanns Wunschvorstellung nicht in Erfüllung. Er hatte sich nach der starken kämpferischen Leistung seines Teams am Samstag und dem vierten Alinghi-Sieg ein schnelles Ende gewünscht: «Wir haben jetzt drei Matchbälle. Ich hoffe, wir können gleich den ersten verwandeln.»
Nach einem furiosen Schlussspurt hatte die Mannschaft auf der SUI 100 am Samstag die Ziellinie 28 Sekunden vor der NZL 92 gekreuzt, obwohl die Schweizer zuvor mehr als die Hälfte des Rennens zurücklagen. Der starken multikulturellen Crew unter Schweizer Flagge fehlte danach nur noch ein Rennsieg zur erfolgreichen Titelverteidigung. Der dreimalige Olympiasieger Schümann glaubt fest an einen erneuten Alinghi-Triumph: «Ich denke, wir verfügen über etwas mehr Bootsgeschwindigkeit als unser Gegner. Unsere SUI 100 kann flexibler auf bestimmte Windsituationen reagieren.»
Team New Zealand kämpferischDoch Team New Zealand denkt auch mit dem Rücken zur Wand nicht daran, den Traum von der gelungenen Revanche für die 2003 erlittene 0:5-Schmach aufzugeben. Die Parole von Teamchef Grant Dalton: «Unser Team ist solide wie ein Felsen. Wir können noch zurückschlagen.» Auch Neuseelands 34 Jahre alter Skipper Dean Barker sagte: «Wir stehen vor einer gigantischen Aufgabe, aber wir sind immer noch ein gefährliches Team. Ich glaube hundertprozentig daran, das wir noch gewinnen können.»
Vor allem Team New Zealands Fans erinnern in diesen spannungsgeladenen Tagen von Valencia immer wieder daran, dass die Australia II bei ihrem sensationellen Sieg über Dennis Conners Liberty 1983 schon 1:3 zurücklag und dann doch noch 4:3 gewann, um die historische erste Niederlage der USA zu besiegeln. (Tatjana Pokorny, dpa)