27.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die Beamten von Wolfgang Schäuble durchleuchten die Sportverbände
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Doping-Schlagzeilen bleiben nicht ohne Folgen für den deutschen Sport. Das Innenministerium nimmt sich die großen Sportverbände genauer vor.
Das Bundesinnenministerium überprüft die deutschen Sportverbände bei ihrem Antidoping-Kampf. «Wir haben morgen um zehn Uhr eine Task Force des BMI im Haus», teilte Frank Hensel, der Generalsekretär des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), in Frankfurt/Main mit. Diese Maßnahme sei eine Folge der derzeitigen Dopingdiskussionen und betreffe zumindest alle größeren Verbände.
Unterlagen und GesprächeDie Vertreter des BMI, erklärte Hensel, würden sich in der Geschäftsstelle in Darmstadt an Hand von Unterlagen und bei Gesprächen informieren, wie die Zusammenarbeit mit der Nationalen (Nada) und Internationalen Antidoping-Agentur (Wada) läuft. Zudem wolle das Ministerium Einsicht in die Jahresplanungsunterlagen des Verbandes von 2002 und 2005 erhalten. Dabei gehe es unter anderem um Trainingslager, die mit öffentlichen Geldern bezahlt wurden.
Hensel verwies darauf, dass der DLV der deutsche Sportverband sei, der seit 1993 «am offensivsten mit dem Thema Doping umgegangen ist. Wir haben modellhafte Dinge auf den Weg gebracht.» Als Beispiele nannte er die Athletenvereinbarung, den Antidoping-Beauftragten und den Sonderkontrollkader. «Außerdem ist der DLV der einzige Verband, der ein Antidoping-Gesetz gefordert hat, das diesen Namen auch verdient», meinte der höchste hauptamtliche DLV-Funktionär und verwies damit auf die Initiative von DLV-Präsident Clemens Prokop. (dpa)