DFB überarbeitet Stadionverbots-Richtlinien
24.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
«Wir sind stolz, mit dem Verband einen Schritt in die richtige Richtung gemacht zu haben», resümierte Mathias Scheurer von der Interessengemeinschaft «Unsere Kurve». Er betonte, dass die Vereine das von den Fans ausgearbeitete Papier zu den Stadionverboten unterstützen. Derzeit hat der DFB rund 3000 Stadionverbote zwischen drei und fünf Jahren verhängt. Die Fans fordern unter anderem eine maximale Dauer eines bundesweiten Stadionverbotes von einem Jahr. In der Regel soll es aber deutlich darunter liegen. Außerdem sollen die Betroffenen generell angehört werden.
Zwanziger rief zudem zum gemeinsamen Kampf gegen Rassismus und Gewalt auf. «Die Leute, die dieses schleichende Gift transportieren, haben doch gar keine Chance, wenn die anderen mutig sind und nicht weg gucken», sagte der Chef des größten deutschen Sportverbandes. Den Kampf aufgegeben hat dagegen Mario Weinkauf. Er trat am Freitag beim BFC Dynamo als Präsident zurück. Weinkauf fühlte sich im Kampf gegen Teile des BFC-Anhangs, eine Mischung aus Hooligans und rechtsextremen Gewalttätern, auch vom DFB und dem Nordostdeutschen Fußballverband im Stich gelassen. «Das, was ich habe, sind Bekenntnisse und gute Worte. Aber das sind Willensbekundungen, die helfen nicht viel», sagte Weinkauf am Samstag in der ARD-«Sportschau».
Bei der zweitägigen Veranstaltung in Leipzig diskutierten 420 Vertreter von Fangruppen mit dem DFB. Fan-Kritik wurde vor allem laut, da Vertreter der Deutschen Fußball-Liga nicht anwesend waren. Ligapräsident Wolfgang Holzhäuser hatte seine Teilnahme kurzfristig aus zwingenden privaten Gründen abgesagt. (Sandra Degenhardt, dpa)

