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Lupe Defar pulverisiert 5000-Meter-Weltrekord

Langstreckenläuferin Meseret Defar hat in Oslo ihren eigenen Weltrekord gleich um 7,9 Sekunden unterboten. Asafa Powell bewältigte die 100 Meter in 9,94 Sekunden.

Der fabelhafte Weltrekord von Meseret Defar beim Start der Golden-League-Serie in Oslo überstrahlte das Leichtathletik-Geschehen am Wochenende. Die 23 Jahre alte Äthiopierin pulverisierte ihre eigene 5000-Meter-Bestzeit und war bei den 14:16,63 Minuten gleich 7,9 Sekunden schneller als vor einem Jahr in New York. Dies stellte selbst die 9,94 Sekunden von Sprint-König Asafa Powell im Bislett-Stadion in den Schatten. Während die deutschen Athleten in Oslo kaum Spuren hinterließen, kamen sie andernorts eine Woche vor dem Europacup in München in Schwung.
Nach zwei Kilometern war alles klar
«Alles lief perfekt heute - ich bin so glücklich. Nach zwei Kilometern wusste ich, dass ich Weltrekord laufen kann», sagte der 1,55 Meter große und 45 Kilo leichte Langstrecken-Floh Meseret Defar. «Mit besserem Training ist vielleicht eine noch schnellere Zeit möglich. 14:10 Minuten könnten ein Ziel sein.» Beim Grand Prix am 27. Juni in Ostrava will sie den nächsten Angriff starten.

50.000 Dollar kassiert Defar für den Weltrekord - die Veranstalter hatten sich gegen diese Prämienzahlung versichert, dürften aber eher an Powell gedacht haben. Der schnellste Mann der Welt aus Jamaika landete mit seinem Sieg bei der Jagd nach dem Millionen-Jackpot zwar den ersten Treffer, verfehlt in 9,94 Sekunden aber sogar die Jahresweltbestleistung des US-Rivalen Walter Dix um 1/100 Sekunde. «Ich bin keine Maschine, sondern ein Mensch», stellte Powell nach seinem 27. 100-Meter-Rennen unter 10 Sekunden klar. Powell hatte im Vorjahr bei allen sechs Meetings der Premium-Serie gewonnen und sich damit 250 000 Dollar gesichert.

Wie Powell wiederholte auch Sanya Richards ihren Vorjahressieg: In mäßigen 50,26 Sekunden bewältigte die 48,70-Läuferin die Stadionrunde und stellte lapidar fest: «Ein Rennen geschafft, bleiben noch fünf.» So ähnlich dürfte das auch Stabhochsprung-Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa gesehen haben, die «nur» 4,85 Meter meisterte und an 4,95 drei Mal scheiterte. «Am Ende war es zu kalt», entschuldigte sich die Russin. Gleich um 26 Zentimeter verfehlte Silke Spiegelburg (Leverkusen) als Siebte mit 4,30 Metern ihre persönliche Bestleistung.

Auch die anderen drei Deutschen kamen in Oslo nicht über eine Statistenrolle hinaus. Hürdensprinter Thomas Blaschek sorgte als Dritter in 13,46 Sekunden für die beste Platzierung. Hürdensprint- Kollegin Kirsten Bolm (Mannheim) kam in 13,15 Sekunden auf Rang sechs. Im 5000-m-Weltrekord-Rennen schlug sich Sabrina Mockenhaupt (Köln) als Achte achtbar, verfehlte in 15:10,32 die deutsche Norm für die WM Ende August in Osaka aber um 1,62 Sekunden.

Lobinger schafft 5,83 Meter
Dafür präsentierte sich Tim Lobinger beim «Meet-IN» in Ingolstadt in großartiger Form. Der Stabhochspringer vom ASV Köln steigerte seine Saisonbestleistung um zwei Zentimeter auf 5,83 Meter. Danach versuchte sich der Routinier mit härteren Stäben an 5,91 Metern - allerdings vergeblich.

Bei der Premiere des Meetings «Weltklasse in Biberach» sorgten die drei deutschen Weltjahresbesten Petra Lammert (Kugelstoß), Franka Dietzsch (Diskus) und Eike Onnen (Hochsprung) für die Höhepunkte. Die EM-Dritte Lammert aus Neubrandenburg untermauerte mit der Siegweite von 19,87 Meter ihre Dominanz. Sie stieß fast einen Meter weiter als die Olympia-Zweite Nadine Kleinert (Magdeburg/18,99). «Ich habe gezeigt, dass ich auf dem Niveau von 20 Metern stabil geworden bin», sagte Lammert.

Auch Weltmeisterin Dietzsch (Neubrandenburg) legte mit 64,61 Metern einen gelungenen Formtest für den Europacup hin. Zweite wurde Vera Begic (Kroatien/57,01). «Es waren schwierige Windverhältnisse, deswegen bin ich ganz zufrieden», erklärte die 38-jährige Dietzsch.

Der Hannoveraner Onnen benötigte nur drei Sprünge für seine Sieghöhe von 2,30 Meter. Danach versuchte sich der 24-Jährige, dessen Weltjahresbestmarke bei 2,34 Metern liegt, drei Mal vergeblich am deutschen Rekord von 2,38 Meter. «Das Gefühl war heute wieder sehr gut», meinte Onnen und kündigte eine Fortsetzung der Rekordjagd an. (dpa)