netzeitung.deNordmilch denkt an Ausstieg bei Team Milram

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Zabel im Milram-Trikot (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Zabel im Milram-Trikot
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Nordmilch AG will reagieren, wenn sie ihren Marktwert beschädigt sehen sollte. Noch sponsort sie das Radteam Milram, für das der dopinggeständige Erik Zabel fährt.

Die Nordmilch AG hat Überlegungen zu einem Ausstieg als Sponsor des Radteams Milram bestätigt. «Es gibt eine Ausstiegsstrategie, daran geht heutzutage kein Weg vorbei. Wenn wir eine Schädigung unserer Markenwerte feststellen, reagieren wir», sagte Nordmilch-Sponsoringchef Martin Mischel der Zeitung «Die Welt». Die Marke Milram ist die europäische Dachmarke des deutschen Nordmilch-Konzerns. Milram-Profi Erik Zabel hatte zugegeben, vor der Tour de France 1996 als Telekom-Fahrer mit EPO gedopt zu haben.

Milram-Manager Gerry van Gerven hat sich inzwischen beschwert, dass Zabel sein öffentliches Geständnis auf einer T-Mobile- Veranstaltung abgelegt hatte, ohne dass Milram informiert gewesen sei. Zur Zukunft von Zabel sagte der Niederländer am Mittwoch in der «Bild»-Zeitung: «Er bestreitet die Tour de France und fährt danach die Saison zu Ende. Wie es mit ihm weitergeht, sehen wir später.»

Auch mögliche Schadenersatzklagen gegen die des Dopings überführte Radprofis wollte Mischel nicht mehr ausschließen. «Wir haben uns mit diesem Gedanken auseinander gesetzt, und man sollte ihn den Radprofis dringend näher bringen. Schadenersatzklagen haben durchaus Aussicht auf Erfolg, mit Blick auf Markenschädigung kann so etwas sehr teuer werden. Inzwischen muss man so weit denken, um Dopern deutlich zu machen, worum es geht», sagte der Nordmilch-Chef. Seine Firma hat der Nationalen Antidopingagentur (Nada) einmalig 150.000 Euro zum Kampf gegen Doping zur Verfügung gestellt.

«Großer Imageschaden»
Zabel will sich nach seinem Geständnis finanziell und ideell für Nachwuchssportler einsetzen. «Ich spende 100.000 Euro, die direkt in die Nachwuchsarbeit gehen sollen. Die Jüngsten leiden am meisten darunter, dass durch unser Doping und die Lügen ein großer Imageschaden entstanden ist», sagte der Sprintstar in einem Interview der «Bild»-Zeitung. Zudem werde er für junge Fahrer in seinem Milram-Rennstall als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Zabel hatte zugegeben, vor der Tour de France 1996 mit Epo gedopt zu haben.

Mit einem Fünf-Punkte-Plan will Zabel Wiedergutmachung betreiben. Neben seiner Spende und dem Posten als Nachwuchsberater will er die Ermittlungsbehörden unterstützen, mit Leichtathlet Frank Busemann Anti-Doping-Workshops durchführen und zudem das Milram Junioren-Team beraten. Zabel berichtete von unterschiedlichen Reaktionen auf sein Geständnis. «Einige fanden es gut, andere hätten mir das nicht zugetraut, andere schauen weg, wenn sie mich treffen», sagte er. (dpa)