netzeitung.deProkop fordert Staatsmittel für Dopingkampf

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Clemens Prokop (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Clemens Prokop
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Leichtathletik-Präsident Clemens Prokop hat die Regierung zu einem größeren finanziellen Engagement im Kampf gegen Doping aufgefordert. Er hat bereits eine Idee, woher das Geld kommen soll.

Der Staat soll einen Teil der Förderung für den Spitzensport in den Anti-Doping-Kampf investieren. «Ich appelliere an die Bundesregierung, fünf Prozent der Sportförderung für die Doping- Bekämpfung umzuwidmen», forderte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Bei einem staatlichen Fördervolumen von rund 150 Millionen Euro wären dies etwa 7,5 Millionen Euro jährlich. «Wenn zudem Sportarten, die keine Fördermittel erhalten - wie der Profi-Fußball -, noch ein Prozent ihrer Fernsehgelder beisteuern würden, könnte der Kampf gegen Doping fast revolutioniert werden», so Prokop.

«Hase-und-Igel-Spiel»
Der Bund hat in diesem Jahr das Stiftungskapital für die Nationale Antidoping-Agentur (Nada) um zwei Millionen auf 8,6 Millionen Euro aufgestockt. Mit den Stiftungserlösen und den 560.000 Euro, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) jährlich beisteuert, organisiert die Nada im wesentlichen das Kontrollsystem in Deutschland.

Nach Ansicht von Prokop ist viel mehr Geld für Antidoping- Maßnahmen notwendig, weil das heutige Doping-Kontrollsystem nicht funktioniere. «Es ist ein Hase-und-Igel- Spiel, da eine Reihe verbotener Substanzen nicht entdeckt werden können», sagte der Amtsgerichtsleiter aus dem bayerischen Kelheim. Deshalb müssten die Analysemethoden zur Entdeckung verbotener Substanzen verfeinert und das Kontrollsystem intelligenter gestaltet werden. «Die Bundesregierung könnte mit der Umwidmung eines Teils der Fördermittel zeigen, dass ihr ein ehrlicher, sauberer Sport genauso wichtig ist wie die Erfolgsquote bei Olympischen Spielen», meinte Prokop. «Ich fordere im Sport deshalb eine Glaubwürdigkeits-Offensive, die nicht nur aus Floskeln besteht.»

Die aus der von ihm geforderten Umwidmung von Fördergeldern resultierenden Mindereinnahmen durch den Bund könnten die Spitzenverbände mit verstärkter Sponsoren-Gewinnung ausgleichen. «Die Verbände würden durch eine effektivere Doping-Bekämpfung mehr Glaubwürdigkeit gewinnen und dadurch für die Wirtschaft attraktiver werden», argumentierte Prokop. (Andreas Schirmer, dpa)