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Radsport-Fans erteilen Zabel die Absolution

30. Mai 2007 11:21
Erik Zabel (l.), Rudolf Scharping
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Der Radprofi ist bei der Bayern-Rundfahrt trotz seiner Dopingbeichte begeistert empfangen worden. Radler-Präsident Scharping gibt sich derweil entschlossen.

Nur sechs Tage nach seiner tränenreichen Doping-Beichte sitzt Erik Zabel wieder im Sattel. Der 36-jährige Radprofi aus Unna nahm beim Start in Garmisch- Partenkirchen unter großem Beifall von mehreren Hundert Zuschauern die 28. Auflage der Bayern-Rundfahrt in Angriff. Am Vortag hatte Zabels Rennstall Milram dem Vize-Weltmeister «Grünes Licht» für die Fortsetzung seiner Karriere erteilt. Zabel hatte am vergangenen Donnerstag gestanden, 1996 eine Woche lang das Blut-Doping-Mittel Epo genommen zu haben. Das fünftägige Etappenrennen durch den Freistaat endet am kommenden Sonntag nach insgesamt 765 Kilometern in Fürth.

«Hatte schon glücklichere Zeiten»

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  • «Ich bin sehr gespannt, wie die Öffentlichkeit reagiert. Ich hoffe auf eine faire Behandlung», sagte Zabel, der vor dem Start der Bayern-Tour begeistert gefeiert und von mehreren Fernsehteams und Autogrammjägern bedrängt wurde. «Ich muss jetzt sehen, dass ich den Kopf auf den Sport konzentriere, denn bisher hatte ich andere Sorgen», erklärte der Milram-Profi, ehe die 117 Fahrer auf die erste Etappe gingen, die nach 211 Kilometer in Gundelfingen zu Ende geht. Bei der Bayern-Rundfahrt konnte Zabel bereits 16 Etappensiege für sich verbuchen.

    Der Topsprinter hatte sich vor der Entscheidung seines Rennstalles intensiv Gedanken über seine Zukunft gemacht. «Ich habe auch daran gedacht, überhaupt nicht mehr zu fahren», gestand Zabel, «ich hatte schon glücklichere Zeiten. Mit der Situation muss ich erst mal fertig werden.» Schon bei der Mannschafts-Präsentation im Garmischer Kongresshaus am Vorabend war Zabel sehr herzlich empfangen worden. «Es ist ein schönes Signal, dass ein so erfolgreicher und sympathischer Sportler nicht platt gemacht wird», sagte der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), Rudolf Scharping.

    «Wie auf dem Schlachtfeld»

    Deutschlands oberster Radler, der als eine Art Zabel-Intimus gilt, hatte trotz eines mit Doping-Terminen prall gefüllten Terminkalenders der Bayern-Tour einen kurzen Besuch abgestattet und erneut eine rücksichtslose Aufklärung angekündigt. «Alle Fakten müssen auf den Tisch. Wir werden alles aufdecken, ohne Rücksicht auf Namen», sagte Scharping, der von einer erfolgreichen Aufarbeitung des Doping-Skandals überzeugt ist: «Am Ende wird es ein Selbstreinigungsprozess werden. Der Radsport in Deutschland ist zu stabil, um abgefackelt zu werden.»

    Bei Zabels Mitstreitern wurde sein Start bei der Rundfahrt begrüßt. «Wenn die Entscheidung für Milram tragbar ist, ist es sie für mich auch», meinte Jens Voigt vom dänischen CSC-Rennstall. Unbehagen bereitete allerdings das beharrliche Schweigen des dreifachen Bayern-Tour-Siegers etwa auf die Frage, wie er das Doping- Geständnis des ehemaligen Tour-de-France Siegers und heutigen CSC-Teamchefs Bjarne Riis bewerte. Er sei kein Seelsorger, sagte Voigt, der sich in diesen Tagen mit seiner Aufgabe als Sprecher der internationalen Fahrervereinigung schwer tut: «Ich komme mir vor wie auf dem Schlachtfeld, von allen Seiten wird auf mich geschossen.» Voigt blieb der «Seelen-Striptease», so Scharping, erspart, als der BDR-Präsident auf der gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstagabend die Befragung ungehalten beendete. (Gerd Münster, dpa)

     
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