Deutschlands oberster Radler, der als eine Art Zabel-Intimus gilt, hatte trotz eines mit Doping-Terminen prall gefüllten Terminkalenders der Bayern-Tour einen kurzen Besuch abgestattet und erneut eine rücksichtslose Aufklärung angekündigt. «Alle Fakten müssen auf den Tisch. Wir werden alles aufdecken, ohne Rücksicht auf Namen», sagte Scharping, der von einer erfolgreichen Aufarbeitung des Doping-Skandals überzeugt ist: «Am Ende wird es ein Selbstreinigungsprozess werden. Der Radsport in Deutschland ist zu stabil, um abgefackelt zu werden.»Bei Zabels Mitstreitern wurde sein Start bei der Rundfahrt begrüßt. «Wenn die Entscheidung für Milram tragbar ist, ist es sie für mich auch», meinte Jens Voigt vom dänischen CSC-Rennstall. Unbehagen bereitete allerdings das beharrliche Schweigen des dreifachen Bayern-Tour-Siegers etwa auf die Frage, wie er das Doping- Geständnis des ehemaligen Tour-de-France Siegers und heutigen CSC-Teamchefs Bjarne Riis bewerte. Er sei kein Seelsorger, sagte Voigt, der sich in diesen Tagen mit seiner Aufgabe als Sprecher der internationalen Fahrervereinigung schwer tut: «Ich komme mir vor wie auf dem Schlachtfeld, von allen Seiten wird auf mich geschossen.» Voigt blieb der «Seelen-Striptease», so Scharping, erspart, als der BDR-Präsident auf der gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstagabend die Befragung ungehalten beendete. (Gerd Münster, dpa)