Zabel bleibt nach Doping-Beichte im Sattel
29.05.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Milram-Chef Gianluigi Stanga, bisher nicht gerade als strammer Antidoping-Aktivist berüchtigt, ließ keinen Zweifel, fest zum Ethik-Code der Pro-Tour- Mannschaften zu stehen: «Wäre dieser Vorfall während seiner Zeit bei Milram geschehen, hätte kein Gespräch mehr stattgefunden.»
«Doping verjährt nach acht Jahren. Aber das war für unsere Entscheidung, ob wir Erik weiter beschäftigen können, nicht das einzige Kriterium gewesen. Wir haben die Stimmung in Deutschland, in Holland, Belgien und Italien ausgelotet», so van Gerwen. «In Deutschland» hätten laut van Gerwen an den Fernseh-Geräten «am Donnerstag viele Leute geweint», als Zabel schwer bewegt gestand, 1996 für eine Woche Epo ausprobiert zu haben. Wegen körperlicher Komplikationen (Zabel: «Fieber, Unwohlsein») habe der gebürtige Berliner den Versuch eingestellt und niemals wiederholt.
Erste Signale aus dem BDR-Präsidium sind aus Zabels Sicht in Bezug auf einen WM-Start ermutigend. «Wir haben die Richtlinien, dass Doping belastete Fahrer weder für Olympische Spiele noch Weltmeisterschaften eingesetzt werden. Aber, wenn ich Zabel richtig verstanden habe, geht es um zugegebenes Doping im Jahr 1996», hatte BDR-Sportdirektor Burkhard Bremer erklärt. Rudolf Scharping, seit Jahren eine Art Zabel-Intimus, bemühte die Heilige Schrift: «Ich sag' mal so: Im Himmel - so steht es in der Bibel - ist mehr Freude über einen reuigen Sünder als über tausend Gerechte. Die tausend Gerechten auf der Erde sollten jetzt nicht versuchen, die reuigen Sünder pauschal an die Wand zu nageln.»

