24.05.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Erik Zabel (l.) gesteht zusammen mit Rolf Aldag EPO-Doping.
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nach den Doping-Geständnissen einiger Ex-Telekom-Profis steht die Radsport-Branche womöglich vor einem großen Umbruch. Die Chronologie der Doping-Geständnisse des Jahres 2007. 26. Februar 2007 Jan Ullrich gibt in Hamburg das Ende seiner aktiven Radsport-Karriere bekannt. Zugleich rechnet der Tour-de- France-Sieger von 1997 mit Verbänden, Funktionären und Medien ab. Acht Monate nach seiner Suspendierung unmittelbar vor der Tour de France 2006 bricht der unter Dopingverdacht stehende Olympiasieger sein Schweigen - nur ein Geständnis gibt es nicht. Der 33-Jährige weist die Anschuldigungen erneut zurück: «Ich habe in meiner Karriere nicht betrogen und niemanden geschädigt.» 7. Mai Ivan Basso packt aus. Der Giro-d'Italia-Sieger von 2006 gesteht seine Verwicklung in den spanischen Dopingskandal um Eufemiano Fuentes. Anders als Ullrich bietet sich der italienische Radstar den Justizbehörden als Kronzeuge an, um Strafmilderung zu erhalten. «Ivan Basso hat seine Verantwortung in der Operation Puerto in vollem Umfang zugegeben und uns seine volle Kooperationsbereitschaft zugesichert», teilte das Nationale Olympische Komitee Italiens mit. 21. Mai Der ehemalige Radprofi Bert Dietz outet sich als Doping- Sünder und belastet das frühere Team Telekom schwer. «Die Ärzte haben, wenn sie selbst vor Ort waren, selbst gespritzt. Wenn sie nicht vor Ort waren, haben es die Pfleger gemacht», sagte er in der ARD-Sendung «Beckmann». Namentlich erhebt Dietz vor allem gegen die schon unter Doping-Verdacht stehenden Team-Telekom-Ärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid Vorwürfe. 22. Mai Nach Dietz gesteht auch dessen früherer Teamkollege Christian Henn, in seiner Radsport-Laufbahn jahrelang das Blutdopingmittel Epo benutzt zu haben. «Ich bin mitbetroffen», meinte Henn. Das, was Bert Dietz gesagt hat, entspreche «zum größten Teil der Wahrheit». 23. Mai Die Lawine rollt: Die Freiburger Sportmediziner Andreas Schmid und Lothar Heinrich geben zu, Doping-Praktiken im Bonner Radrennstall Telekom unterstützt zu haben. «Ich räume ein, in den 90er Jahren das Doping einzelner Radprofis unterstützt zu haben», erklärt Schmid und stellt ausdrücklich klar, «dass das Nachfolgeteam T-Mobile nicht betroffen» ist. Auch Ex-Telekom-Profi Udo Bölts gibt in der ARD zu, zwei Jahre lang mit EPO gedopt zu haben. 24. Mai Die Mauer des Schweigens fällt: T-Mobile-Teammanager Rolf Aldag, der Sportliche Leiter Brian Holm und Erik Zabel als erster noch aktiver Profi des Bonner Rennstalls outen sich fast zeitgleich als Dopingsünder. Zabel beichtet auf einer Pressekonferenz in Bonn, bei der Tour de France 1996 mit Blutdoping an den Start gegangen zu sein. «Ich hatte mich entschieden, Epo zu nehmen. Es war ein einmaliger Test.» Aldag gesteht, über einen Zeitraum von zwei Jahren illegale Mittel genommen zu haben: «Ich habe gedopt und mich 1995 dazu entschieden.» Der Däne Holm gibt als sechster ehemaliger Telekom-Fahrer zu, gedopt zu haben. 25. Mai Die rund 24 Stunden zuvor angekündigte Pressekonferenz von Bjarne Riis bringt schließlich die Gewissheit: Auch der Tour-Sieger von 1996 hat Epo genommen. In Kopenhagen erklärt der Däne, dass er sich die Dopingmittel stets selbst gekauft und verabreicht hätte. «Es gibt derzeit Tendenzen, die Vergangenheit neu aufzurollen», so Riis: «Ich habe Schwierigkeiten, das zu verstehen. Ich hatte nie das Bedürfnis, mich zu erklären. Durch die Vorkommnisse in Deutschland ist nun die Zeit gekommen, die Karten auf den Tisch zu legen.» Nur wenige Minuten nach dem Ende von Riis' Pressekonferenz gibt es die Nachricht, dass Jan Ullrich sich abermals an die Öffentlichkeit wenden wolle. Angeblich habe sein Manager diese Meldung in Umlauf gebracht, doch dieser dementiert: Eine öffentliche Äußerung Ullrichs werde es zum Thema Doping nicht geben. 26. Mai Der frühere Telekom-Masseur Jef D'Hont bezichtigt Jan Ullrich nach einem Bericht der «Bild am Sonntag» des Blut-Dopings. Er habe dem Tour-de-France-Gewinner von 1997 in Frankreich einmal Epo verabreicht. Er habe ihm das Mittel «in den Arm gespritzt», sagte D'Hont. «Das dauert ungefähr zehn Sekunden, das ist so, als ob man einem zuckerkranken Patienten Insulin gibt.» (nz/dpa)
26. Februar 2007Jan Ullrich gibt in Hamburg das Ende seiner aktiven Radsport-Karriere bekannt. Zugleich rechnet der Tour-de- France-Sieger von 1997 mit Verbänden, Funktionären und Medien ab. Acht Monate nach seiner Suspendierung unmittelbar vor der Tour de France 2006 bricht der unter Dopingverdacht stehende Olympiasieger sein Schweigen - nur ein Geständnis gibt es nicht. Der 33-Jährige weist die Anschuldigungen erneut zurück: «Ich habe in meiner Karriere nicht betrogen und niemanden geschädigt.»
7. MaiIvan Basso packt aus. Der Giro-d'Italia-Sieger von 2006 gesteht seine Verwicklung in den spanischen Dopingskandal um Eufemiano Fuentes. Anders als Ullrich bietet sich der italienische Radstar den Justizbehörden als Kronzeuge an, um Strafmilderung zu erhalten. «Ivan Basso hat seine Verantwortung in der Operation Puerto in vollem Umfang zugegeben und uns seine volle Kooperationsbereitschaft zugesichert», teilte das Nationale Olympische Komitee Italiens mit.
21. MaiDer ehemalige Radprofi Bert Dietz outet sich als Doping- Sünder und belastet das frühere Team Telekom schwer. «Die Ärzte haben, wenn sie selbst vor Ort waren, selbst gespritzt. Wenn sie nicht vor Ort waren, haben es die Pfleger gemacht», sagte er in der ARD-Sendung «Beckmann». Namentlich erhebt Dietz vor allem gegen die schon unter Doping-Verdacht stehenden Team-Telekom-Ärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid Vorwürfe.
22. MaiNach Dietz gesteht auch dessen früherer Teamkollege Christian Henn, in seiner Radsport-Laufbahn jahrelang das Blutdopingmittel Epo benutzt zu haben. «Ich bin mitbetroffen», meinte Henn. Das, was Bert Dietz gesagt hat, entspreche «zum größten Teil der Wahrheit».
23. MaiDie Lawine rollt: Die Freiburger Sportmediziner Andreas Schmid und Lothar Heinrich geben zu, Doping-Praktiken im Bonner Radrennstall Telekom unterstützt zu haben. «Ich räume ein, in den 90er Jahren das Doping einzelner Radprofis unterstützt zu haben», erklärt Schmid und stellt ausdrücklich klar, «dass das Nachfolgeteam T-Mobile nicht betroffen» ist. Auch Ex-Telekom-Profi Udo Bölts gibt in der ARD zu, zwei Jahre lang mit EPO gedopt zu haben.
24. MaiDie Mauer des Schweigens fällt: T-Mobile-Teammanager Rolf Aldag, der Sportliche Leiter Brian Holm und Erik Zabel als erster noch aktiver Profi des Bonner Rennstalls outen sich fast zeitgleich als Dopingsünder. Zabel beichtet auf einer Pressekonferenz in Bonn, bei der Tour de France 1996 mit Blutdoping an den Start gegangen zu sein. «Ich hatte mich entschieden, Epo zu nehmen. Es war ein einmaliger Test.» Aldag gesteht, über einen Zeitraum von zwei Jahren illegale Mittel genommen zu haben: «Ich habe gedopt und mich 1995 dazu entschieden.» Der Däne Holm gibt als sechster ehemaliger Telekom-Fahrer zu, gedopt zu haben.
25. MaiDie rund 24 Stunden zuvor angekündigte Pressekonferenz von Bjarne Riis bringt schließlich die Gewissheit: Auch der Tour-Sieger von 1996 hat Epo genommen. In Kopenhagen erklärt der Däne, dass er sich die Dopingmittel stets selbst gekauft und verabreicht hätte. «Es gibt derzeit Tendenzen, die Vergangenheit neu aufzurollen», so Riis: «Ich habe Schwierigkeiten, das zu verstehen. Ich hatte nie das Bedürfnis, mich zu erklären. Durch die Vorkommnisse in Deutschland ist nun die Zeit gekommen, die Karten auf den Tisch zu legen.»
Nur wenige Minuten nach dem Ende von Riis' Pressekonferenz gibt es die Nachricht, dass Jan Ullrich sich abermals an die Öffentlichkeit wenden wolle. Angeblich habe sein Manager diese Meldung in Umlauf gebracht, doch dieser dementiert: Eine öffentliche Äußerung Ullrichs werde es zum Thema Doping nicht geben.
26. Mai
Der frühere Telekom-Masseur Jef D'Hont bezichtigt Jan Ullrich nach einem Bericht der «Bild am Sonntag» des Blut-Dopings. Er habe dem Tour-de-France-Gewinner von 1997 in Frankreich einmal Epo verabreicht. Er habe ihm das Mittel «in den Arm gespritzt», sagte D'Hont. «Das dauert ungefähr zehn Sekunden, das ist so, als ob man einem zuckerkranken Patienten Insulin gibt.» (nz/dpa)