23.05.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Lothar Heinrich und Andreas Schmid (r.).
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Seit zehn Jahren sorgen Schmid und Heinrich dafür, dass Telekom- und T-Mobile-Radrennfahrer gedopt werden. Sie hätten allerdings nie gegen den Willen der Athleten gehandelt, sagen die Mediziner. Bilderschau: Die Hauptdarsteller
Die Freiburger Sportmediziner Andreas Schmid und Lothar Heinrich haben erstmals zugegeben, jahrelang Doping-Praktiken im Bonner Radrennstall Telekom und im Nachfolgeteam T-Mobile unterstützt zu haben. Ihr überraschendes Geständnis gaben die beiden Radsportärzte am Mittwochabend in getrennten persönlichen Erklärungen ab.
Vor allem Epo«Ich räume ein, seit Mitte der 90er Jahre das Doping einzelner Radprofis unterstützt zu haben», erklärte Prof. Andreas Schmid. «Ich habe den Radsportlern auf Anforderung Drogensubstanzen, insbesondere Epo, zugänglich gemacht.» Er habe Dopingmittel aber «niemals einem Sportler ohne dessen Wissen oder gar gegen seinen Willen» verabreicht. Schmid erwägt, seine Tätigkeit als Sportarzt der Uni- Klinik Freiburg zu beenden.
Sein Freiburger Kollege Lothar Heinrich räumte in einer siebenzeiligen Mitteilung ebenfalls ein, «in meiner Funktion als Sportmediziner an Doping von Radsportlern mitgewirkt zu haben». Er bedauere diese ärztlichen Verfehlungen.
Das Geständnis der Mediziner ist eine Reaktion auf die anhaltenden Dopingbeichten der letzten zwei Tage. Den Anfang hatte Ex-Telekom-Fahrer Bert Dietz in der Sendung «Beckmann» gemacht und Schmid sowie Heinrich schwer belastet. Ihm folgte am Dienstag der heutige Gerolsteiner-Angestellte Christian Henn. Am heutigen Mittwoch wurde bekannt, dass auch Rolf Aldag, sportlicher Leiter des T-Mobile-Teams, während seiner aktiven Zeit gedopt war. Seine Stellungnahme steht noch aus. (dpa)