Als Außenseiter gelten die Spanier mit ihrem Steuermann Karol Jablonski, dessen Profikarriere am Steinhuder Meer bei Hannover begann. 1993 half der 44 Jahre alte Pole mit deutschem Pass als Steuermann der «Container» den letzten deutschen Sieg im Admiral's Cup zu sichern. «Wir haben unseren Traum vom Halbfinale für Spanien verwirklicht», sagte Jablonski, «doch jetzt kämpfen wir erst recht weiter.»Die vier Halbfinal-Qualifikanten bringen es gemeinsam auf ein Budget von rund 380 Millionen Euro. Klassenprimus BMW Oracle mit dem Münchner Tony Kolb an Bord stehen im zweiten Cup-Anlauf etwa 150 Millionen Euro zur Verfügung. Die Spanier müssen angesichts von 60 Millionen Euro mit weit weniger als der Hälfte auskommen. Mit offiziell jeweils 80 und 90 Millionen Euro operieren Neuseeland und Italien auf ähnlichem Niveau.
In den Duellen der Spitzenmannschaften wird viel vom Können der Steuerleute abhängen, denn bei etwa gleich schnellen Yachten führt ein gewonnener Start im Matchrace in mehr als 70 Prozent der Fälle zum Sieg. Im Kampf zwischen Neuseeland und Spanien trifft dabei der eher zurückhaltend steuernde Dean Barker auf den aggressiven Starter Karol Jablonski mit dem Spitznamen «Weißer Hai». In der Begegnung zwischen BMW Oracle und Luna Rossa fordert der mit allen Wassern gewaschene 44 Jahre alte Chris Dickson mit dem Spitznamen «Laser Eyes» den 27 Jahre alten «Jungen Wilden» James Spithill zum Duell der Generationen. (Tatjana Pokorny, dpa)