netzeitung.deTV-Macher wenden sich von Team Germany ab

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Team Germany (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Team Germany
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«Fest steht, dass der Segelsport sich nicht für Live-Übertragungen eignet«, lautet das klare Urteil der Fernsehmacher bei der Herausfordererserie zum America's Cup. Zumal Team Germany weiterhin trostlos vor sich hin segelt.

Das Team Germany segelt bei seinen letzten Duellen der Herausfordererserie zum America's Cup bis Mittwoch nur noch um die Ehre. Das Aus steht nach der Sonntags-Niederlage gegen Gastgeber Spanien längst fest. Zu Buche stehen lediglich zwei Siege in 18 Rennen. «Wir haben unser Ziel klar verfehlt», sagte Teamchef Michael Scheeren.

Auch die Fernsehmacher, die vor Beginn des Klassikers die bislang umfangreichste Live-Berichterstattung überhaupt geplant hatten, ziehen weitgehend enttäuscht Bilanz. «Fest steht, dass der Segelsport sich nicht für Live-Übertragungen eignet. Die Risiken von Flauten- und Sturmabsagen wird in Zukunft kaum ein Vollsender eingehen können», sagte NDR-Sportchef Axel Balkausky der dpa.

Langsames Boot, unerfahrende Crew
Mit langsamem Boot und vergleichsweise unerfahrener Crew kämpfte die Mannschaft um Skipper Jesper Bank drei Wochen lang mit stumpfen Schwertern gegen die weltbesten Boote. Team Germany muss sich darauf einrichten, den zehnten und vorletzten Platz in der Flotte der elf Herausforderer nicht mehr verbessern zu können. «Man muss Geduld haben, eine Niederlage nach der anderen zu verkraften, während die Presse schreibt, dass man der größte Idiot ist», sagte Bank. «Aber ich erinnere mich, dass Jochen Schümann und ich im Jahr 2000 mal Letzter und Vorletzter bei einer Testregatta in Dänemark waren und anschließend Erster und Zweiter bei den Olympischen Spielen.»

Die nächste Herausforderung soll für die deutsche Mannschaft noch kommen. Gemeint ist die angestrebte Folgekampagne für die 33. Cup- Auflage, deren Austragungsort erst vom diesjährigen Sieger festgelegt wird. «Wir haben eine super gute Basis für die Zukunft gelegt», behauptet Bank, der auch im möglichen zweiten Anlauf Teil des Teams sein möchte. Sein aktueller Vertrag läuft im Gegensatz zu den auf Ende Juni befristeten Verträgen der Mitsegler erst am Jahresende aus. «Team Germany ist ja so was wie mein Baby. Ich könnte mir verschiedene Rollen vorstellen und muss auch nicht steuern.»

ZDF abgereist
Unterdessen hat das gesamte Team des ZDF die Koffer gepackt und ist am Sonntag vorzeitig abgereist; die ARD beließ noch eine kleine Kerntruppe in Valencia. NDR-Sportchef Balkausky wollte trotz der enttäuschten Erwartungen noch kein Schluss-Fazit ziehen. «Wir müssen unseren Großeinsatz in Ruhe auswerten, haben noch keinen endgültigen Überblick über die Quoten», sagte er und kündigte mit Blick auf die Zukunft an: «Künftig wird es eher Highlight-Berichterstattung geben. Dafür eignen sich die wirklich spektakulären Bilder sehr gut. Mit Hilfe des Animationsprogramms Virtual Eye sind wir ja in der Lage, das Segeln auch Laien sehr gut verständlich zu machen.» (dpa)