Nun geht es Ex-Sportchef Emig an den Kragen
Mitangeklagt ist der frühere Präsident des Deutschen Tanzsportverbandes, Harald Frahm, mit dem Emig verdeckt die Firma SportMarketing & Production GmbH (SMP) betrieben hat. Die SMP wurde den Ermittlungen zufolge regelmäßig zwischengeschaltet, wenn bei hr- Sportsendungen Sponsorenverträge oder Vereinbarungen über Produktionskostenzuschüsse geschlossen wurden. Dies galt laut Staatsanwaltschaft sowohl für regelmäßige Sendungen als auch für die Übertragung von größeren sportlichen Ereignissen. Beim Frankfurter Radklassiker «Rund um den Henninger Turm» soll Emig außerdem in den Jahren 2001 bis 2004 rund 225.000 Euro kassiert haben, damit er die Sponsoren-Logos ins rechte Fernseh-Bild rückte.
Juristisch sehen die Ermittler bei Emig neben Bestechung und Bestechlichkeit auch die Straftatbestände des Betrugs gegen die Veranstalter der Sportereignisse und der Untreue gegenüber dem hr als erfüllt an. Emig wäre verpflichtet gewesen, die von ihm eingeworbenen Gelder im vollen Umfang an seinen Arbeitgeber weiterzuleiten, sagte Loer. Man habe beim hr keine Unterlagen für die Annahme gefunden, dass Emigs Vorgesetzte über die illegalen Praktiken des Sportchefs informiert gewesen seien. Hinweise auf illegale Geschäfte Emigs bei überregionalen Sportereignissen wie der Tour de France seien ebenfalls nicht gefunden worden. Der als Amtsperson verfolgte Emig habe seine Position als Sportchef des hr ausgenutzt, nicht die als bekannter Moderator, meinte Loer.
Emigs ebenfalls beschuldigte, an der SMP beteiligte Ehefrau soll wegen Beihilfe einen Strafbefehl erhalten. «Sie war am operativen Geschäft fast gar nicht beteiligt», sagte der Ermittler.
Ein Termin für den Prozess steht noch nicht fest, zumal die zuständige Kammer des Landgerichts überlastet ist. Die lange Ermittlungsdauer von über drei Jahren begründete die Staatsanwaltschaft mit Personalengpässen bei der zuständigen Korruptionsabteilung. (dpa)

