netzeitung.deLurz sorgt für Erleichterung bei den Schwimmern

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Annika Lurz (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Annika Lurz
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«Wahnsinn, ich hätte nie damit gerechnet, eine solche Zeit zu schwimmen», sagte Annika Lurz nach dem Drama über 200 Meter Freistil. Sie blieb sogar unterm Weltrekord, was ihr allerdings nichts nützte.

Annika Lurz hat den Befreiungsschlag gelandet und Deutschlands Schwimmer bei der WM in Melbourne in einem sensationellen Rennen mit Silber über 200 Meter Freistil endlich in die Medaillenspur gebracht. «Wahnsinn, ich hätte nie damit gerechnet, eine solche Zeit zu schwimmen», sagte die Würzburgerin nach einem dramatischen Rennen, «jetzt bin ich einfach überglücklich.» Die Französin Laure Manaudou schraubte den erst am Vortag im Halbfinale von der Italienerin Federica Pellegrini aufgestellten Weltrekord auf 1:55,52 Minuten. Annika Lurz jagte in 1:55,68 Franziska van Almsick den deutschen Rekord ab.

Franziska van Almsick gratulierte im Fernsehen: «Ich verbeuge mich tief vor Annika Lurz. Meine Hochachtung - die Zeit ist Atem beraubend. Ich freue mich jetzt schon auf das olympische Finale im nächsten Jahr.» Cheftrainer Örjan Madsen war begeistert: «Toll. Jetzt weiß die Mannschaft: Es geht doch.» Seine Zwischenbilanz: «Die erste Halbzeit war holprig und bescheiden, die zweite wird gut.»

Weltrekorde purzeln weiter
Janine Pietsch aus Ingolstadt verlor ihren Weltrekord über 50 m Rücken in 28,16 Sekunden im Halbfinale an die Amerikanerin Leila Vaziri, war aber froh, als Fünfte das Finale erreicht zu haben. US- Superstar Michael Phelps schwamm in 1:52,09 Minuten über 200 m Schmetterling bereits zu seinem zweiten Weltrekord von Melbourne. Sieben Weltbestmarken wurden bereits bis zur Halbzeit aufgestellt.

Annika Lurz hat sich selbst am meisten überrascht: «Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Gestern waren es die Nerven, die nicht mitgespielt haben. Heute war ich ganz entspannt, total relaxt.» Dann dachte sie an das Team: «Ich hoffe nun ganz stark, dass die ganze Mannschaft diesen Schwung in die nächsten Wettkämpfe mitnimmt.»

Das will auch Janine Pietsch. «Finale erreicht, gut», stellte sie nach Platz fünf im Halbfinale in 28,72 Sekunden fest. «Die Zeit, na ja. Für eine Medaille wird es sehr schwer.» Dem verlorenen Weltrekord trauerte sie nicht lange nach. «Das war klar, dass der geknackt wird. Ich habe ja noch meinen Europarekord.» Leila Vaziri bekannte: «Ich hatte den Weltrekord im Kopf. Die Atmosphäre ist so einmalig, dass man einfach Rekorde aufstellen möchte.»

Frustriert war Antje Buschschulte, die über 50 m Rücken als Zwölfte in 29,00 Sekunden deutlich am Finale vorbei schwamm. «Ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt, aufzugeben und abzumelden», sagte die Magdeburgerin, «aber einfach aufgeben ist auch nicht gut.» Die Weltmeisterin von 2003 und WM-Zweite von 2005 über 100 m Rücken hat die WM vorzeitig abgeschrieben. «Hier vorne mitschwimmen werde ich nicht mehr.» Für die noch ausstehenden 50 m Schmetterling gab sie sich schon vorher geschlagen: «Ich bin nicht in Form.»

Sang- und klanglos über 100 Meter Freistil
Jens Schreiber und Michael Schubert schieden über 100 m Freistil schon im Vorlauf auf den Plätzen 34 und 48 sang- und klanglos aus. Für Jens Thiele war über 200 m Lagen nach Platz 31 Endstation. Nun sollen Deutschlands Schwimmer mit psychologischer Hilfe für Olympia 2008 in Peking fit gemacht werden. «Wir müssen sicherstellen, dass wir in der Nationalmannschaft einen Mentaltrainer haben», forderte Madsen als Konsequenz aus dem Leistungseinbruch.

Phelps schwamm zu seinem bereits 18. Weltrekord. Madsen stellte begeistert fest: «Der ist vom anderen Stern.» Der Olympiasieger zeigte sich bescheiden: «Ich bin selbst erstaunt, dass ich so schnell war. Der Ukrainer Oleg Lisogor trat in 27,66 Sekunden über 50 m Brust die Nachfolge von Mark Warnecke an. Oussama Mellouli schwamm über 800 m Freistil zum ersten WM-Gold für Tunesien. Titelverteidiger Grant Hackett blieb vor seinem Publikum nur Rang sieben. (dpa)