netzeitung.deDeutsche Schwimmstaffel geht baden

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Britta Steffen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Britta Steffen
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«Dafür habe ich mir in den vergangenen Monaten nicht den Allerwertesten aufgerissen», schimpfte Petra Dallmann nach der 4x100-Meter-Staffel. Frankreichs Superstar Laure Manaudou hielt dagegen Wort.

Der Auftakt wurde zur Pleite. Deutschlands Schwimmer haben bei den Weltmeisterschaften in Melbourne am Sonntag kein Land gesehen. Die Weltrekord-Frauen über 4 x 100 Meter Freistil mit Petra Dallmann, Daniela Samulski, Annika Lurz und Britta Steffen gingen als Vierte unter. Kein Schwimmer erreichte das Finale. «Es ist zu früh, um das gut erklären zu können. Meistens gibt es zwei Erklärungen: Erstens etwas Trainingsmethodisches oder es sitzt zwischen den Ohren», stellte Cheftrainer Örjan Madsen fest. Platz vier der Staffel-Frauen war ein harter Schlag. Madsen: «Wir sind als Weltrekordlerinnen hierher gekommen. Da sind wir schon etwas enttäuscht.» Das Männer-Quartett scheiterte bereits im Vorlauf.

Steffen allein genügt nicht
Auch Weltrekordlerin Britta Steffen konnte die Staffel nicht mehr in die Medaillen-Ränge führen. «Mir hat noch keiner gratuliert, obwohl ich Bestzeit geschwommen bin», sagte sie. «Wenn man hinterher springt, ist es einfach schwerer.» Australien siegte in 3:35,48 Minuten vor den USA und den Niederlanden. Das deutsche Quartett lag in 3:36,94 Minuten Welten zurück. Die Berlinerin nannte das Rennen einen «Lehr-Wettkampf». Für Olympia 2008 in Peking kündigte sie Revanche an: «Ich würde lieber Olympiasiegerin werden als Weltmeisterin.»

2001 waren die deutschen Frauen in Fukuoka Weltmeister, danach zwei Mal Zweite. In Budapest wurden sie vor einem Jahr mit Weltrekord Europameister. Diesmal lief nichts. «Es ist ein bisschen traurig, aber es klappt nicht jedes Jahr», stellte Daniela Samulski fest. Annika Lurz war richtig sauer: «Scheiße. Ich bin in einer Welle geschwommen und habe Wasser geschluckt. Ich bin aber auch schlecht geschwommen.» Petra Dallmann machte mit Blick auf die EM deutlich: «Wir hätten schon ein Superrennen schwimmen müssen. Es geht härter zu, daran muss man sich gewöhnen.»

Buschschulte zahlt Lehrgeld
Antje Buschschulte musste auf ihrer «Nebenstrecke» 100 Meter Schmetterling Lehrgeld zahlen. Die Magdeburgerin schied als Elfte ebenso im Halbfinale aus wie die Wuppertalerin Samulski auf Platz 14. Antje Buschschulte nahm es gelassen: «Das war mehr ein Experiment für mich. Vielleicht ist es gut, dass ich ausgeschieden bin, weil jetzt die 100 Meter Rücken anstehen.» Nicole Hetzer (Burghausen) schwamm über 200 Meter Lagen um 61/100 Sekunden am Finale vorbei.

Thomas Rupprath (Rostock) scheiterte als Dritter im Ausschwimmen über 50 Meter Schmetterling nach 23,90 Sekunden. Im Vorlauf hatte er gemeinsam mit den Slowenen Jernej Godec und Peter Mankoc zeitgleich Platz 16 belegt. «Das ist nicht zufriedenstellend», sagte Rupprath, «wenn ich diese Zeit sofort erzielt hätte, wäre ich sicher im Halbfinale gewesen.» Benjamin Starke (Cottbus) schied als 23. aus. Johannes Neumann (Riesa) scheiterte über 100 Meter Brust als 28. der Vorläufe.

Frankreichs Superstar Laure Manaudou eröffnete ihre Jagd auf sieben Einzel-Goldmedaillen mit dem souveränen Erfolg über 400 Meter Freistil. Die 20-Jährige landete in 4:02,61 Minuten einen unwiderstehlichen Start-Ziel-Sieg und verfehlte ihren Weltrekord nur um 48/100 Sekunden.

Gold nach Südkorea
Weltmeister über 400 Meter Freistil wurde in 3:44,30 Minuten sensationell Tae Hwan Park. Der 17-Jährige fügte beim ersten WM-Sieg eines Südkoreaners ausgerechnet dem australischen Titelverteidiger Grant Hackett eine bittere Niederlage zu. Gold-Anwärter Hackett musste sich hinter dem Tunesier Oussama Mellouli mit Bronze begnügen. Der letzte Nicht-Australier, der vor Park bei einer WM die 400 Meter Freistil gewonnen hatte, war 1991 der Potsdamer Jörg Hoffmann. (Richard Janssen, dpa)