02. Feb 2007 10:38
Die französischen Handballer hatten die Schuldigen an ihrer Niederlage im WM-Halbfinale bereits vor der Partie ausgemacht. Sie wollten «nicht erleben, was die Spanier im Viertelfinale gegen die Deutschen erlitten».
Am Vorabend des Spiels sprachen die Franzosen mit dem Präsidenten des Handball-Weltverbandes, dem Ägypter Hassan Moustafa. «Wir haben ihm gesagt, dass wir nicht erleben wollen, was die Spanier im Viertelfinale gegen die Deutschen erlitten haben», sagte Bana. «Die Botschaft ist sichtbar nicht angekommen.» Die Zuschauer hätten Schiedsrichter gespielt. «Das ist gefährlich für unseren Sport.» Die Spanier hatten nach zwei für sie negativen Entscheidungen in den Schlusssekunden 25:27 gegen Deutschland verloren.Der französische Torhüter Thierry Omeyer hatte nach dem Spiel gegen Deutschland erklärt, man werde nie wissen, «warum dieses Tor aberkannt wurde. Und im Handball kommt es bekanntlich nicht in Frage, wie bei Pferderennen Kommissare ermitteln zu lassen.»
Die Zeitung «Figaro» betont die aufpeitschende Rolle der Zuschauer, ohne darin Unsportlichkeit zu sehen: «Die Franzosen stürzen in die deutsche Hölle.» Kritischer ist «Libération»: «Michaël Guigou erzielt den Ausgleich, doch sein Tor wird von den Schiedsrichtern nicht anerkannt. Aber warum? Die Schiedsrichter müssen niemandem Rechenschaft ablegen. Man kann sich gut vorstellen, wie die Schiedsrichter hinter einem Duschvorhang sitzen und das Für und Wider mit den 19.000 Zuschauern abwägen. Tor also ungültig, sagen sie.» (nz)